Neue Ansätze gegen die Akute Myeloische Leukämie2. August 2024 Bild: ©MdBabul – stock.adobe.com Zwei Forscherinnen der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) eine mit jeweils 1,25 Millionen Euro dotierte Reinhart-Koselleck-Förderung zugesprochen, darunter Prof. Irmela Jeremias. Seit 2002 wird diese Förderung jährlich nur an eine Handvoll etablierter Wissenschaftler an Forschungseinrichtungen in ganz Deutschland vergeben. Sie unterstützt besonders innovative und vielversprechende Projekte in allen Wissenschaftsbereichen. Jeremias ist Kinderärztin am Dr. von Haunerschen Kinderspital der LMU und Wissenschaftlerin bei Helmholtz Munich.Die Akute Myeloische Leukämie, eine häufige Form von Blutkrebs, bleibt trotz großer Fortschritte in den vergangenen Jahren immer noch eine oft tödliche Erkrankung. Auch mithilfe moderner Behandlungsstrategien gelingt es häufig nicht, die Krankheit langfristig zurückzudrängen. Die Forschungsgruppe von Jeremias sucht deshalb neue Angriffsziele zur Bekämpfung aggressiver Leukämien.Die Entwicklung neuer Therapien ist dringend nötig, aber sehr kostspielig und zeitaufwendig. Nur sehr wenige Medikamente konnten bisher erfolgreich von der präklinischen Forschung in die klinische Anwendung gebracht werden. Ein Ziel des Projektes „Identifizierung neuer zielgerichteter Krebs-Therapien mittels in vivo CRISPR/Cas9 dropout screens in PDX-Modellen“ ist es, diesen Prozess effizienter zu gestalten und wirksame Therapieziele zu priorisieren. Wichtigstes Werkzeug hierfür ist das vom Patienten abgeleitete Mausmodell der Akuten Leukämie, das die Situation im Patienten sehr gut nachstellt. Hierbei werden aus Patienten isolierte Tumorzellen in Mäuse transplantiert, wo sie sich (wie auch im Menschen) im Knochenmark ansiedeln und vermehren.Diese Tumorzellen können im Labor modifiziert werden. Dies ermöglicht vielfältige funktionale Untersuchungen der Zellen in ihrer natürlichen Umgebung. So lassen sich die Rollen bestimmter Gene in den Krebszellen untersuchen und diejenigen Gene identifizieren, die für das Überleben des Tumors unbedingt nötig sind. Schon in vorangegangenen Studien konnte das Team zeigen, dass durch die Arbeit mit genetisch modifizierten Modellen in vivo neue Tumor-Schwachstellen mit großem Potenzial entdeckt werden können, welche in reiner Zellkulturarbeit verborgen geblieben wären. Moderne Screening-Methoden erlauben es hier, hunderte Gene gleichzeitig zu prüfen.Nun wollen die Forschenden diese Techniken nutzen, um insbesondere jene Schwachstellen zu untersuchen, welche durch bereits existierende Wirkstoffe angegriffen werden können. Diese Präparate sollen anschließend in präklinischen Studien im Mausmodell auf ihre Wirksamkeit getestet werden. „Durch unseren translationalen Ansatz können wir neue Angriffspunkte für erfolgreiche Leukämie-Therapien finden, welche schnell in die Klinik überführt werden können“, so Jeremias.
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