Neue Ansätze zur Therapie der diabetischen Nierenerkrankung18. August 2021 Bild: Pabst Science Publishers Zwei bis drei Prozent der Bevölkerung leiden an Diabetes plus Nierenerkrankung. Tendenz: steigend. Etwa 40 Prozent der Dialysepatienten sind Diabetiker. Professor Dr. Harald Rupprecht (Bayreuth) berichtet im aktuellen “Lehrbuch für Nieren- und Hochdruckkrankheiten” detailliert über neue Therapieansätze und Dosierungsschemata bei präterminaler und terminaler Niereninsuffizienz. Zitat: “Bei niereninsuffizienten Diabetikern besteht ein deutlich erhöhtes Risiko für Hypoglykämien, bedingt durch den verlangsamten Abbau von Insulin, die verlängerte Halbwertszeit einiger oraler Antidiabetika sowie die verminderte Glukoneogenese-Fähigkeit der geschädigten Nieren. Oberstes Ziel sollte daher sein, eine Therapie mit minimalem Hypoglykämierisiko zu installieren. Sulfonylharnstoffe sollten daher bei mäßiger bis schwerer Niereninsuffizienz vermieden werden. Metformin ist mittlerweile auch in Deutschland bis zu einer GFR von 30 ml/min zugelassen. Gut bei Niereninsuffizienz zu verwenden sind die Glitazone. Die PROACTIVE-Studie hat gezeigt, dass insbesondere Nierenkranke bezüglich kardiovaskulärer Endpunkte von einer Gabe von Pioglitazon profitieren. Vorsicht ist jedoch bei herzinsuffizienten Patienten geboten. Als Mittel der ersten Wahl bei schwer eingeschränkter Nierenfunktion können mittlerweile die DDP-4-Hemmer gelten. Auch einige GLP-1-Analoga sind mittlerweile bis zu einer eGFR von 15 ml/min zugelassen. Die neue Substanzgruppe der SGLT-2-Hemmer hat aufgrund ihrer Wirkweise und der Abhängigkeit von der Menge an filtrierter Glukose bei stärker eingeschränkter Nierenfunktion keinen Platz. Ansonsten ist die Substanzgruppe aber gerade für Nephrologen durch ihr Wirkprinzip höchst spannend. Für die Substanzgruppe existieren mittlerweile sehr gute harte Outcomedaten bezüglich Nierenfunktions-Erhalt und Mortalität. Der Einsatz von Insulin ist in allen Stadien der Nierenfunktions-Einschränkung möglich, aber mit einem erhöhten Risiko von Hypoglykämien assoziiert. Dies liegt u.a. an der Akkumulation von Insulin bei eingeschränkter Nierenfunktion …”
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