Neue Bestrahlungsmethode bei Prostatakrebs reduziert Nebenwirkungen25. Juli 2023 Vorbereitung für die Strahlentherapie (Symbolbild). Foto: Mark Kostich – stock.adobe.com Eine Metaanalyse aller 29 veröffentlichten klinischen Studien zu einer Bestrahlungstechnik, die per Magnetresonanztomographie (MRT) das Bestrahlungsfeld zur Prostatakrebstherapie täglich justiert, hat klare Vorteile in Bezug auf früh auftretende Nebenwirkungen ergeben. Bei der Methode der magnetresonanzgesteuerten, täglich adaptiven stereotaktischen Strahlentherapie (magnetic resonance–guided daily adaptive stereotactic body radiotherapy, MRg-A-SBRT) wird der Bestrahlungsplan eines Patienten jeden Tag angepasst, um anatomische Veränderungen zu berücksichtigen. Während der Bestrahlung wird die Position der Prostata in Echtzeit überwacht, um sicherzustellen, dass die Behandlung genau auf die Prostata ausgerichtet ist. Diese Art der Behandlung soll benachbartes Gewebe in Blase, Harnröhre und Rektum schonen. In ihrer systematischen Übersichtarbeit mit Metaanalyse im Journal “Cancer” prüften Jonathan E. Leeman vom Dana-Farber Cancer Institute in Boston (MA, USA) und seine Kollegen, ob das neue Verfahren im Vergleich zum Standardvorgehen Auswirkungen auf klinische Ergebnisse und Nebenwirkungen hat. Dazu durchsuchten die Autoren die Literatur nach prospektiven Studien, in denen MRg-A-SBRT getestet wurde. Das Team kombinierte Daten aus 29 klinischen Studien mit insgesamt 2547 Patienten, um die Nebenwirkungen zu bewerten, die nach MRg-A-SBRT bei Prostatakrebs im Vergleich zu einer konventionelleren Behandlungsmethode auftraten, die auf Computertomographie basiert und nicht wie MRg-A-SBRT täglich angepasst wird. Das Ergebnis: Im Hinblick auf früh auftretende Nebenwirkungen war das neue Verfahren nach der Bestrahlung mit deutlich weniger urogenitalen und gastrointestinalen Nebenwirkungen verbunden. Es gab 44% weniger Nebenwirkungen im Urogenitaltrakt und 60% weniger unerwünschte Effekte im Darmbereich. „Die Studie ist die erste, die die Vorteile der MR-gesteuerten adaptiven Prostatabestrahlung im Vergleich zu einer anderen, eher standardmäßigen und konventionellen Bestrahlungsform direkt bewertet, und sie liefert Unterstützung für den Einsatz dieser Behandlung bei der Behandlung von Prostatakrebs“, kommentiert Leeman. Der Radiologe stellte fest, dass die Studie weitere Fragen zu dieser Art der Behandlung aufwirft. Werden die kurzfristigen Vorteile sich auch langfristig für die Patienten bestätigen? Dazu ist noch eine längere Nachbeobachtung dieser relativ neuen Behandlungsmethode notwendig. Außerdem ist unklar, welcher Aspekt der Technologie für die verbesserten Ergebnisse verantwortlich ist. „Es könnte an der bildgebenden Überwachung während der Behandlung liegen, oder es könnte mit der adaptiven Planungskomponente zusammenhängen. Weitere Studien sind erforderlich, um dies zu entschlüsseln“, sagte Leeman. In einem begleitenden Leitartikel erörtert Peter A. S. Johnstone vom Moffitt Cancer Center in Tampa (FL, USA) die Ergebnisse der Analyse und wägt die potenziellen Vorteile und Nachteile der Einführung dieser Behandlungsstrategie ab. Eine breite Bereitstellung der Methode sieht er kritisch: “Die Behandlung der Prostata mit adaptiver Technologie sollte nicht auf Kosten anderer Patienten erfolgen, die (…) stärker profitieren könnten.” Man solle die Methode lieber für die Patienten aufsparen, die sie auch wirklich brauchen, so Johnstone. (Wiley/ms)
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