Neue Bildgebungsmethode zur Erkennung des Magen-Lymphoms24. September 2021 Bild: © peterschreiber.media – stock.adobe.com Eine neue bildgebende Untersuchungsmethode zur Erkennung des MALT-Lymphoms, bösartigen Tumoren des Lymphsystems, könnte Betroffenen zahlreiche Magenspiegelungen ersparen. Eine Studiengruppe der MedUni Wien erzielte mittels PET/MR und in Verwendung eines gegen einen bestimmten Zellrezeptor gerichteten PET-Tracers eine hohe Treffsicherheit. Die Ergebnisse wurden aktuell im Top-Journal „Blood“ der American Society of Hematology veröffentlicht. Das MALT-Lymphom entsteht in den meisten Fällen durch eine vorherige Infektion der Magenschleimhaut mit dem Bakterium Helicobacter pylori . Die erste Therapie richtet sich daher in der Regel gegen dieses Bakterium. Um das Therapieansprechen von MALT-Lymphomen des Magens zu untersuchen und selbst nach vollständiger Rückbildung im weiteren Verlauf eine Rückkehr des Lymphoms auszuschließen, sind wiederholte Magenspiegelungen (Gastroskopien) mit mehrfacher Gewebeentnahme (Biopsien) im Abstand mehrerer Monate erforderlich. Das Forscherteam der MedUni Wien rund um Marius Mayerhöfer (Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin), Markus Raderer (Universitätsklinik für Innere Medizin I) und Alexander Haug (Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin, Klinische Abteilung für Nuklearmedizin) untersuchte als Alternative zu diesen wiederholten Gewebeentnahmen nun eine neue Bildgebungsmethode: die Kombination der Positronenemissionstomographie in Kombination mit der Magnetresonanztomographie (PET/MR) unter Verwendung von [68Ga]Pentixafor, einem neuen, gegen den Zellrezeptor CXCR4 gerichteten radioaktiv markierten Molekül (PET-Tracer). Da die meisten MALT-Lymphome eine hohe CXCR4-Ausprägung zeigen, rechneten die Forscher bereits mit einer entsprechenden Anreicherung von [68Ga]Pentixafor. Die Ergebnisse zeigten, dass die [68Ga]Pentixafor-PET/MR eine sehr hohe Treffsicherheit aufweist. So hatte sie eine 97-prozentige Genauigkeit bei der Erkennung des Tumors im Vergleich zur Gastroskopie bei Patienten mit MALT-Lymphomen des Magens nach H. pylori-Behandlung. „Wenn bei der Erstdiagnose des MALT-Lymphoms eine ausreichend hohe CXCR4-Ausprägung festgestellt wird, könnte die neue Bildgebung in Zukunft wiederholte Gastroskopien im Erkrankungsverlauf ersetzen oder zumindest die Zeitabstände zwischen den Gastroskopien vergrößern“, erklärt Erstautor Mayerhöfer die Vorteile für die Betroffenen. Die Ergebnisse stützen eine frühere Publikation des Forscherteams (publiziert 2019 im Top-Journal Theranostics), die auf eine hohe Sensitivität der [68Ga]Pentixafor-PET/MR für die Detektion von MALT-Lymphomen in verschiedenen Organen und Geweben hindeutete. Publikation: BLOODCXCR4 PET/MRI for follow-up of gastric mucosa-associated lymphoid tissue lymphoma after first-line H. pylori eradication. Marius Mayerhoefer, Markus Raderer, Wolfgang Lamm, Michael Weber, Barbara Kiesewetter, Johannes Rohrbeck, Ingrid Simonitsch-Klupp, Marcus Hacker, Asha Leisser, Lukas Nics, Stefan Schmitl, Hans-Juergen Wester, Alexander Haug. doi.org/10.1182/blood.2021013239
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