Neue DIVI-Empfehlungen zum Monitoring der medizinischen Ernährungstherapie auf der Intensivstation20. April 2023 Foto: ©sudok1 – stock.adobe.com In einem zweiten Positionspapier der Sektion Metabolismus und Ernährung gibt die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) Empfehlungen zum laborchemischen Monitoring der Makro- und Mikronährstoffzufuhr sowie zum klinische Einsatz der indirekten Kalorimetrie im Rahmen der medizinischen Ernährungstherapie auf der Intensiv- und Intermediate Care Station. Das neue Positionspapier ergänzt die erste Empfehlung vom April vergangenen Jahres, wie Sektionssprecher Prof. Gunnar Elke, stellvertretender Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, erklärt. Darin wurden konsensbasierte strukturierte Empfehlungen zur Erfassung und zum apparativen Monitoring des Ernährungsstatus von Patienten auf der Intensivstation und Intermediate Care Station gegeben. Ziel beider Positionspapiere ist es, im Sinne der DIVI-Mission 2030 Kompetenz und Qualität in der klinischen Durchführung der Ernährung kritisch Kranker zu verbessern und weiterzuentwickeln. Bestimmung des Ruheenergieumsatzes, Steuerung der Proteinzufuhr und Bestimmung von Mikronährstoffspiegeln Für das jetzt veröffentlichte Positionspapier hat die DIVI-Sektion eigenen Angaben zufolge noch einmal alle aktuellen Empfehlungen zum Monitoring der Ernährungstherapie überprüft und schafft damit eine Brücke bis zur dann wieder angestrebten Aktualisierung der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM). Ganz praktisch sei man vorgegangen und empfiehlt unter anderem Folgendes: Zur Bestimmung des Ruheenergieumsatzes die indirekte Kalorimetrie idealerweise täglich, insbesondere bei Patienten mit vorbestehender Malnutrition, einer voraussichtlichen Behandlungsdauer ≥7 Tage und/oder bei Adipositas (Body-Mass-Index >30 kg/m2) einzusetzen. Bei Patienten mit vorbestehender Malnutrition oder Sarkopenie, einer voraussichtlichen Behandlungsdauer ≥7 Tage zur Verlaufsbeurteilung des Muskelmassenverlustes bzw. Steuerung der Proteinzufuhr den Harnstoff-Kreatinin-Quotienten regelmäßig (z. B. 2-mal/Woche) oder den Sarkopenie-Index zu verwenden. Darüber hinaus werden für die Notwendigkeit der Bestimmung von Mikronährstoffspiegeln differenzierte Empfehlungen vorgenommen, die ein individualisiertes Vorgehen in der klinischen Praxis konkret ermöglichen sollen. Ernährungstherapie nimmt in der Intensivmedizin eine immer wichtigere Rolle ein DIVI-Sektionssprecher Gunnar Elke vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. Foto: ©privat „Die Ernährungstherapie nimmt in der Intensivmedizin eine immer wichtigere Rolle ein“, ist Sektionssprecher Elke überzeugt. Der Stellenwert spiegele sich zum Beispiel in den kürzlich veröffentlichten aktualisierten Empfehlungen der DIVI zur Struktur und Ausstattung von Intensivstationen 2022 wider (wir berichteten). Hier wird empfohlen, dass ein Mitarbeiter mit einer ernährungsmedizinischen Qualifikation mindestens arbeitstäglich zur Verfügung stehen und eine Mitbetreuung durch Ernährungsmediziner oder Ernährungsfachkräfte bei speziellen Problemen, insbesondere in den höheren Versorgungsstufen 2 und 3, verfügbar sein sollte. „Dies ist ein kleiner Beitrag zur Definition von Mindeststrukturverbesserungen, wie sie ja auch von der Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung in den drei definierten Stufen angestrebt werden“, sagt Prof. Arved Weimann, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Onkologische Chirurgie im Klinikum St. Georg, Leipzig, und stellvertretender Sektionssprecher.
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