Neue Erkenntnisse über Bakterienwachstum als Bedrohung für Korallenriffe29. Oktober 2024 Von Algen dominiertes Korallenriff in der Karibik Foto: © Benjamin Mueller In algenüberwucherten Korallenriffen fördern nicht die Algen, sondern die Korallen selbst das Wachstum schädlicher Bakterien – ein Hinweis darauf, dass eine Störung des natürlichen Gleichgewichts im Wasser eine zentrale Rolle spielt, wie eine Studie zeigt. „Die Entdeckung ist überraschend“, erläutert Studienautorin Dr. Bianca Thobor von der Abteilung für Marine Ökologie der Uni Bremen. „Frühere Studien hatten angenommen, dass vor allem die Algen-Exsudate – die von Algen abgegebenen Stoffe – das Wachstum schädlicher Bakterien begünstigen.“ Thobor und ihre Kollegen aus den Niederlanden und den USA hatten erwartet, dass in algen-dominierten Riffen die Algen das Wachstum schädlicher Bakterien verstärkern. „Diese Bakterien gelten als potenzielle Krankheitserreger und könnten die ohnehin gefährdeten Korallen weiter schwächen“, so Thobor, die die Forschung im Rahmen ihrer Doktorarbeit durchgeführt hat.„Gleichgewicht der organischen Stoffe im Wasser ist entscheidend“Doch die Studie, die jetzt im Journal „mSystems“ erscheint, liefert unerwartete Ergebnisse: In einem algenüberwucherten Korallenriff sind es die Exsudate der Korallen selbst, die das Wachstum schädlicher Bakterien fördern, nicht die der Algen. „Das legt nahe, dass das Gleichgewicht der organischen Stoffe im Wasser entscheidend ist. Eine Störung dieses Gleichgewichts, etwa durch menschliche Einflüsse, kann das Wachstum gefährlicher Mikroorganismen begünstigen“, so die Biologin.Die Forschungsarbeit, die in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Marine Glykobiologie der Uni Bremen sowie internationalen Partnern auf der Karibikinsel Curaçao durchgeführt wurde, wirft ein neues Licht auf die Bedrohungen für Korallenriffe, die bereits stark durch den Klimawandel und Umweltverschmutzung gefährdet sind. „Seit den 1950er Jahren haben wir bereits die Hälfte aller Hartkorallen weltweit verloren, besonders in der Karibik, wo viele Riffe nun von Algen überwuchert sind“, betont Thobor.Ergebnisse auch für Seegraswiesen oder Seetangwälder von BedeutungDie Wissenschaftler analysierten die Zusammensetzung der Kohlenhydrate, die von Steinkorallen und Braunalgen ins Wasser abgegeben werden, sowie die des Riffwassers. Diese Zuckerstoffe wurden dann mit Meerwasser aus einem von Algen überwucherten Riff auf Curaçao gemischt und vier Tage lang beobachtet. Um herauszufinden, wie sich die Bakteriengemeinschaft während dieser Zeit entwickelte, entnahmen die Forschenden Wasserproben zu verschiedenen Zeitpunkten und sequenzierten das Erbgut der Bakterien.Diese Ergebnisse könnten nicht nur für Korallenriffe, sondern auch für andere marine Ökosysteme wie Seegraswiesen oder Seetangwälder von Bedeutung sein. Thobor hebt hervor: „Sie verdeutlichen, wie empfindlich das Gleichgewicht mariner Lebensräume auf Veränderungen des organischen Materials im Wasser reagiert – und wie solche Veränderungen potenziell schädliche Auswirkungen auf die Stabilität und Gesundheit dieser Ökosysteme haben können.“
Mehr erfahren zu: "BTK zur Schädlingsbekämpfung in der Lebensmittelkette" BTK zur Schädlingsbekämpfung in der Lebensmittelkette Für intensive Diskussionen sorgen bundesweit die geplanten Änderungen im Zuge der Neubewertung von Rodentiziden mit Antikoagulanzien auf EU-Ebene, wie die Bundestierärztekammer (BTK) mitteilt. Demzufolge sollen antikoagulante Rodentizide künftig nur noch […]
Mehr erfahren zu: "Erneut Trichinen bei Wildschwein in Teltow-Fläming entdeckt" Erneut Trichinen bei Wildschwein in Teltow-Fläming entdeckt Im Landkreis Teltow-Fläming war erneut ein Wildschwein mit Trichinen befallen. Das verdeutlicht, warum die Trichinenuntersuchung weiterhin wichtig ist. Vor allem in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg gab es 2025 einige Funde des […]
Mehr erfahren zu: "Aktuelles zur Tollwut in Deutschland" Aktuelles zur Tollwut in Deutschland Am 10. Februar 2026 wurde in Rheinland-Pfalz bei einem aus der Russischen Föderation eingeführten jungen Hund eine Infektion mit dem Rabiesvirus (RABV) amtlich festgestellt und durch das Nationale Referenzlabor (NRL) bestätigt. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) weist darauf hin, dass […]