Neue Fortbildung für Hochschullehrende vermittelt praxisnahes Wissen zur Diabetesversorgung28. Mai 2026 Symbolbild: WealthyMinion/stock.adobe.com Wie lässt sich diabetologisches Wissen systematisch in die Pflegeausbildung integrieren? Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) startet dafür eine neue Fortbildung für Hochschullehrende in der Pflege. Sie vermittelt praxisnahes Wissen zu Diagnostik, Therapie und Versorgung von Menschen mit Diabetes und unterstützt Hochschulen dabei, diese Inhalte gezielt in ihre Studiengänge einzubinden. In Deutschland leben laut Hochrechnungen etwa 1,4 Millionen pflegebedürftige Menschen mit einem Diabetes mellitus.1 Damit gehört diese Stoffwechselerkrankung zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im Pflegebereich. Zunehmend übernehmen auch Pflegefachpersonen mit akademischer Ausbildung Verantwortung in der Betreuung und Therapie von Menschen mit Diabetes. Vor diesem Hintergrund hat die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) ein neues Fortbildungsangebot entwickelt: Der Kurs „Klinische pflegerische Diabetologie“ greift aktuelle medizinische Standards und Studienergebnisse auf und stärkt die interprofessionelle Zusammenarbeit in der Diabetologie. Die neue Fortbildung knüpft an aktuelle gesetzliche Rahmenbedingungen an, die eine stärkere Einbindung pflegerischer Kompetenzen in die Versorgung vorsehen. „Die Versorgung von Menschen mit Diabetes ist komplex und stellt hohe Anforderungen an die Pflege“, erklärt Prof. Dirk Müller-Wieland, Vorsitzender des DDG Ausschusses „Qualitätssicherung, Schulung & Weiterbildung“ (QSW). „Pflegefachpersonen werden künftig noch stärker in Diagnostik, Therapie und Versorgung eingebunden sein. Unsere Fortbildung vermittelt das dafür nötige, leitlinienbasierte Wissen und hilft, diabetologische Kompetenzen systematisch in die Ausbildung zu integrieren.“ Praxisnah, leitlinienbasiert und interprofessionell gedacht Ein besonderer Fokus liegt auf der praktischen Orientierung: Lehrende sollen Studierenden die Versorgung von Menschen mit Diabetes verständlich und anwendungsnah vermitteln. Dazu gehören typische Situationen aus dem Pflegealltag – etwa der sichere Umgang mit Blutzuckerwerten, die Begleitung von Insulintherapien, die Erkennung und Behandlung von Hypo- und Hyperglykämien sowie die Schulung von Patientinnen und Patienten im Umgang mit ihrer Erkrankung. Auch der Einsatz moderner Diabetestechnologien, die strukturierte Therapiekontrolle und die langfristige Betreuung von Patientinnen und Patienten mit Begleit- und Folgeerkrankungen sind Teil der Fortbildung. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Förderung des Selbstmanagements der Betroffenen – ein zentraler Baustein in der Versorgung von Menschen mit Diabetes. „Lehrende stehen vor der Aufgabe, aktuelles Wissen strukturiert und praxisnah zu vermitteln“, sagt Ethel Narbei, Mitglied des QSW. „Unsere Fortbildung setzt genau hier an: Sie qualifiziert Lehrende, die pflegerische und diabetologische Versorgung gezielt zu stärken. Davon profitieren sowohl die Qualität des Studiums als auch die Versorgung von Patientinnen und Patienten.“ Antwort auf neue Anforderungen in der Versorgung Die Fortbildung reagiert auf aktuelle Entwicklungen in der Gesundheitsversorgung. Dazu zählt insbesondere die stärkere Einbindung der Pflege in therapeutische Abläufe sowie die wachsende Bedeutung der interprofessionellen Zusammenarbeit – etwa an den Schnittstellen zwischen Pflege, ärztlicher Behandlung und Patientenbegleitung. Grundlage dafür sind auch neue gesetzliche Rahmenbedingungen wie die Heilkundeübertragungsrichtlinie (§ 63 Abs. 3c SGB V). Sie ermöglichen es Hochschulen, ihre Lehrangebote stärker an den Anforderungen der Versorgung auszurichten und die Zusammenarbeit mit der DDG sowie den Regionalgesellschaften auszubauen. Literatur: 1 L. Heinemann et al. 26.02.2026, Häusliche Pflege von Menschen mit Diabetes in Deutschland: Ein blinder Fleck in der Versorgungslandschaft?, diabetologie-online.de
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