Neue genetische Variationen im Zusammenhang mit Angst identifiziert19. Juli 2019 Foto: ©terovesalainen – stock.adobe.com Einem internationalen wissenschaftlichen Konsortium ist es gelungen, einen neuen Genort für schwere Angst- und Belastungsstörungen zu identifizieren. Die unter der Leitung von Prof. Sandra Meier und Prof. Manuel Mattheisen von der Psychiatrischen Universitätsklinik Würzburg gewonnenen Erkenntnisse können die Grundlage für neue Therapieoptionen bilden. „Angst- und Belastungsstörungen sind in ihrer klinischen Ausprägung sehr komplex und treten selten isoliert auf“, sagte Prof. Sandra Meier. Die Leiterin der Arbeitsgruppe für Genetische Epidemiologie in der Psychiatrie an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (KPPP) des Uniklinikums Würzburg (UKW) fährt fort: „Die meisten Patienten leiden an weiteren psychischen oder somatischen Erkrankungen, was die Identifizierung von umweltbedingten wie genetischen Risikofaktoren erschwert. Voraussetzung hierfür sind eine detaillierte Phänotypisierung und die Zusammenarbeit in großen Forschungskonsortien.“ Ein solches internationales Konsortium untersuchte unter Meiers Leitung die Gene von 13.000 Patienten mit Angst- und Belastungsstörungen und 20.000 Kontroll-Personen. „Es ist uns gelungen, einen neuen Genort für schwere Angst- und Belastungsstörungen zu identifizieren und in Mausmodellen weiter zu evaluieren“, berichtet Prof. Manuel Mattheisen, Studienautor und Leiter der Arbeitsgruppe für Psychiatrische Genetik und Epigenetik an der KPPP des UKW. „Das bessere Verständnis der molekularen und zellulären Grundlagen von Angst- und Belastungsstörungen kann die Entwicklung dringend benötigter, neuartiger und zielgerichteter Therapien für diese Störungsbilder erleichtern,“ unterstreicht Prof. Iiris Hovatta, Direktorin des Wissenschaftsprogramms für Molekulare und Integrative Biowissenschaften der Universität Helsinki/Finnland. Originalpublikation: Meier SM et al.: Genetic Variants Associated With Anxiety and Stress-Related Disorders: A Genome-Wide Association Study and Mouse-Model Study. JAMA Psychiatry, 22. Mai 2019
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