Neue S3-Leitlinie zu Schilddrüsenknoten8. April 2026 © saran – stock.adobe.com (Symbolbild) Um mehr Orientierung und Sicherheit bei der Diagnostik von Schilddrüsenknoten zu vermitteln, hat die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) eine neue S3-Leitlinie vorgestellt. Die Zahl der entdeckten asymptomatischen Schilddrüsenknoten ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Es handelt sich dabei meist um Zufallsbefunde, die aufgrund von routinemäßigen und immer genaueren Ultraschalluntersuchungen entdeckt werden. „Wir haben uns in der Medizin angewöhnt, alles an Diagnostik zu machen, was möglich ist. Dabei ist es längst überfällig, dass wir stärker über den tatsächlichen Nutzen von diagnostischen oder therapeutischen Maßnahmen nachdenken“, so Prof. Eva Hummers, Präsidentin der DEGAM. Leitlinie schafft Orientierung und Sicherheit Die S3-Leitlinie „Schilddrüsenknoten bei Erwachsenen“ wurde unter Federführung der DEGAM in Zusammenarbeit mit anderen Fachrichtungen wie Innere Medizin, Endokrinologie, Radiologie und Nuklearmedizin erarbeitet. Auch Patienteninitiativen haben sich beteiligt. Das Ziel der Leitlinie ist es, im Praxisalltag eine klare Orientierung zu geben, um wichtige von überflüssiger Diagnostik zu unterscheiden. Zudem möchte die Leitlinie dazu beitragen, Knoten in der Schilddrüse als etwas eher Normales zu betrachten. Es wird dargestellt, dass nicht alles, was technisch möglich ist, immer auch medizinisch sinnvoll ist. Ultraschalluntersuchungen sollten zum Beispiel nicht ohne konkreten Anlass durchgeführt werden. Denn damit werde nur in den allerseltensten Fällen ein behandlungsbedürftiger Knoten entdeckt. Wird ein Knoten entdeckt, zeigt die Leitlinie auf Basis der aktuellen Evidenz auf, welches Vorgehen empfehlenswert ist und hilft den Hausärzten damit, das weitere Procedere festzulegen. In der Leitlinie werden auch alle Warnzeichen vorgestellt: Bei Beschwerden wie Luftnot, Heiserkeit, Drücken im Hals ist eine weiterführende Diagnostik erforderlich. Als Therapie bei Schilddrüsenknoten hält die Leitlinie fest, dass meist keine Aktivitäten nötig sind. Nur bei Schilddrüsenknoten, die Beschwerden verursachen oder verdächtig sind, muss eine Behandlung (chirurgisch oder nuklearmedizinisch) veranlasst werden. Ängste mit Patienten gezielt besprechen „Um es kurz zu machen: Folgeschäden sind sehr viel häufiger als das Aufdecken eines gefährlichen Knotens. Um dieses Spannungsfeld in der Kommunikation gut darzustellen, gibt die Leitlinie Ärztinnen und Ärzten entsprechende Argumente an die Hand“, kommentiert die federführende Autorin der Leitlinie Prof. Jeannine Schübel. Ihre Kollegin Dr. Karen Voigt, koordinierende Autorin der Leitlinie, ergänzt: „Es ist verständlich, dass Patientinnen und Patienten möchten, dass ihre Sorgen bei einem Knoten ernst genommen werden. Es verlangt feinfühlige Gespräche, in denen diese Ängste besprochen werden und gleichzeitig darüber informiert wird, dass die weitere Abklärung ebenfalls mit großen Ängsten und viel Stress verbunden sein kann.“
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