Neue Sporttherapie für krebskranke Kinder am Uniklinikum Dresden

Sporttherapeutin Sabine Barde (r.) lenkt zwei junge Patientinnen während ihrer Chemotherapie in der Tagesklinik der Kinderonkologie am Uniklinikum Dresden mit einem Ballspiel ab. (Quelle: UKD/Kirsten Lassig)

In der Kinderonkologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden bringt eine Sporttherapeutin die kleinen Patienten in Bewegung. Mithilfe einer Benefizregatta soll dieses Angebot dauerhaft etabliert werden. 

Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen sind für alle Beteiligten eine große Herausforderung – vor allem für die kleinen Patientinnen und Patienten selbst. Um ihnen die Zeit während der Therapie zu erleichtern und sie von Schmerzen und Langeweile abzulenken, gibt es für sie in der Kinderonkologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden ein neues Therapieangebot. Kinder und Jugendliche bekommen regelmäßig Besuch von einer Sporttherapeutin. Sie ergänzt das Angebot an Kunst- und Musiktherapien, die vom Sonnenstrahl e.V. unterstützt werden. Mithilfe von Spenden soll nun auch die Sport- und Bewegungstherapie dauerhaft etabliert werden. Dafür findet am 8. Juni 2024 am Blasewitzer Elbufer in Dresden eine Ruder-Regatta für den guten Zweck statt. Ein Teil des Erlöses fließt in die neue Sporttherapie.

In der Dresdner Kinderonkologie können zwölf Kinder und Jugendliche stationär versorgt werden. Weitere fünf bis sechs Plätze bietet die Tagesklinik, in der die Jungen und Mädchen Chemotherapien erhalten oder anderweitig behandelt werden.

Seit September 2023 ist Sabine Barde in der kinderonkologischen Tagesklinik und auf Station als Sporttherapeutin im Einsatz, um den kranken Kindern Bewegung, Abwechslung und vor allem Ablenkung in den Krankenhausalltag zu bringen. Finanziert wird die Drittmittelstelle vom Sonnenstrahl e.V., der diese Kosten wiederum über Spenden abdeckt. Es ist nur eines von zahlreichen Projekten, die der Dresdner Verein für krebskranke Kinder und Jugendliche auf die Beine stellt. „Wir sind sehr froh, dass wir Sabine Barde für diese so wichtige Arbeit gewinnen konnten“, erklärt Falk Noack vom Sonnenstrahl e.V., der sich maßgeblich um die Sporttherapie bemüht. „Der Bedarf ist groß und wir möchten dieses Angebot gern mit weiteren Mitarbeitenden ausbauen.“ Ziel sei es, dass die Krankenkassen einen Teil der Kosten für die Sporttherapie übernehmen, berichtet Noack. Schon länger bietet der Verein auch die Möglichkeit für Kunst- und Musiktherapien – die Sporttherapie ist inzwischen sehr beliebt.

Das kann auch Barde bestätigen, die mit den jungen Patienten beispielsweise die Tischtenniskellen schwingt. Doch anstatt eines Balles schwebt ein Luftballon durch die Luft, denn die Kinder können während ihrer Chemotherapie die Betten nicht verlassen. „Ich mache viel mit den Kindern in ihrem Zimmer“, erklärt  Barde. Die studierte Sportwissenschaftlerin ist auch auf engstem Raum sehr kreativ, lässt sich Wortspiele mit Bewegungseinheiten einfallen oder spielt Fußball auf dem Flur, wenn es der Zustand des Kindes erlaubt. Zweimal wöchentlich möchte sie sich gern mit jedem ihrer Patientinnen und Patienten beschäftigen. „Täglich wäre es natürlich noch besser.“ Neben der Ablenkung, die Barde den Kindern mit ihren Spielen bringt, hat die Bewegung natürlich auch einen gesundheitlichen Effekt, der mittels Studien längst nachgewiesen ist. Körperliche Aktivitäten mindern Nebenwirkungen, regen die Verdauung an, halten die Kinder für die alltäglichen Verrichtungen fit. „Ein ganz wichtiger Aspekt dabei: Die Kinder dürfen mitbestimmen, was wir machen. In einer Zeit der Hilflosigkeit, die sie in ihren Familien oft erleben, ist das eine Erfahrung, die Kraft und Selbstvertrauen gibt und das Selbstwertgefühl stärkt.“ Ob Bälle, Balancierstrecken, Federballschläger oder Schaumstoffschwerter zum Wut herauslassen – all diese Utensilien, die Sabine Barde einsetzt, werden ebenfalls mittels Spenden finanziert.

Ein wichtiges und inzwischen zur Tradition gewordenes Event zum Sammeln von Spenden für derartige Patientenprojekte steht im Juni an: Die Benefizregatta „Rudern gegen Krebs“. Nachdem die Veranstaltung am Blasewitzer Elbufer zunächst coronabedingt pausieren musste und 2022 die zehnjährige Jubiläumsregatta stattfand, stehen in diesem Jahr die Teams der Mannschaftsboote erneut in den Startlöchern und trainieren fleißig für den großen Tag am 8. Juni 2024.

Erlös der Regatta kommt onkologischen Patienten zugute

Gemeinsam mit dem Sächsischen Elbe-Regattaverein (SERV) stellt das Uniklinikum die Ruder-Regatta für den guten Zweck als Partner der Stiftung Leben mit Krebs zum elften Mal auf die Beine. In bester Tradition starten Patientinnen und Patienten, Ärzteschaft, Pflegepersonal und Mitarbeitende des Uniklinikums Dresden, aber auch Rudersportlerinnen und -sportler sowie Ruderneulinge regional ansässiger Unternehmen bei dem Wettbewerb. Sie alle stellen – als Einsteiger oder aber bereits mit Expertise ausgestattet – ihr großartiges Engagement unter Beweis und setzen so durch ihren Einsatz ein starkes Zeichen gegen Krebs.

„Mit den Spenden aus der Regatta ‚Rudern gegen Krebs‘ konnten wir in den vergangenen Jahren wegweisende Projekte initiieren, um frühzeitig und gezielt die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Da dieser Aspekt nur in geringem Umfang als Krankenhausleistung finanzierbar ist, spielen die Spenden aus der Benefiz-Regatta eine entscheidende Rolle. Deshalb ist das Engagement der Spenderinnen und Spender sowie von allen, die dieses außergewöhnliche Ereignis organisatorisch unterstützen, so wichtig“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand am Uniklinikum Dresden.

Noch sind Plätze in den Ruderbooten frei: Wer an der Regatta am 8. Juni 2024 teilnehmen möchte, kann sich jetzt für das Mannschaftserlebnis auf dem Wasser anmelden. Die Dresdner Rudervereine bereiten jeden Teilnehmenden – auch ohne Ruderkenntnisse – qualifiziert auf diesen Wettkampf vor. Am Veranstaltungstag erwarten die Sportler sowie die Besuchenden spannende Wettkämpfe auf dem Wasser und ein unterhaltsames sowie informatives Rahmenprogramm an Land.