Neue Studie gegen chronische Schmerzen nach thoraxchirurgischen Operationen24. September 2019 Foto: © gpointstudio/Adobe Stock Auch Monate nach einer Operation können Patienten noch unter starken Schmerzen leiden – im schlimmsten Fall werden diese sogar chronisch. An der Ruhrlandklinik, einem Standort der Universitätsmedizin Essen (UME), soll eine IT-gestützte Schmerztherapie-Studie nun Verbesserungen bringen. Das Projekt wird mit rund 2,4 Mio. Euro vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördert. Pain Nurses, speziell ausgebildetete Krankenpfleger und – pflegerinnen, begleiten die Patienten nach der Operation innerhalb einer individuellen Schmerztherapie. Diese Schmerztherapie soll durch digitale Methoden weiter verbessert werden. Über eine Web-App soll der Patient auch im Anschluss an den Klinikaufenthalt täglich sein Schmerzempfinden dokumentieren – sind die Werte dauerhaft erhöht, weiß die Pain Nurse sofort Bescheid und kann den Patienten zur weiteren Untersuchung einladen. Zudem hat der Patient selbst Einsicht in seine Daten und wird deutlich aktiver eingebunden. Chronischen Schmerzen durch schnelles Eingreifen vorzubeugen ist das Ziel dieses Projekts PEESURST (kurz für: Patienten Empowerment und Edukation mittels IT-gestützter Patientenpfade senken die postoperative Schmerzintensität und die Rate an Schmerzchronifizierung nach thoraxchirurgischen Eingriffen). Prof. Sandra Kampe ist die Konsortialleiterin der Studie, an welcher Kliniken aus ganz Deutschland beteiligt sind. Die Chefärztin leitet das anästhesiologische Zentrum Süd der Universitätsmedizin, bestehend aus der Ruhrlandklinik und dem St. Josef Krankenhaus Werden, die eng miteinander verzahnt sind. Auch das Universitätsklinikum Essen ist beteiligt: neben dem Zentrum für Klinische Studien kümmert sich die zentrale IT um den digitalen Fortschritt im Sinne des Smart Hospital Ansatzes der UME. Weitere Partner sind unter anderem die Lungenkliniken Hemer und Heidelberg sowie die AOK. Prof. Sandra Kampe (Foto: © Universitätsmedizin Essen – Ruhrlandklinik) Gerade bei thoraxchirurgischen Operationen chronifizieren Schmerzen häufiger: „Die Zahl der Patienten, die sechs Monate nach einer Operation noch Schmerzen haben, ist bei Eingriffen im Brustbereich besonders hoch“, erklärt Kampe. „Aufgrund der hohen Fallzahlen an Thorax-OPs sind wir an der Ruhrlandklinik für diese Art von Forschung prädestiniert“, so die Chefärztin, die bereits seit Anfang der 2000er-Jahre in der Schmerzforschung aktiv ist. Mit der neuen Studie soll die Chronifizierungsrate nach Lungen-OPs gesenkt werden. Neben den intensiv betreuten Kandidaten, welche das internetbasierte Monitoring nutzen, wird eine Vergleichsgruppe nach dem aktuellen Standard überprüft.
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