Neuer Forschungs-Schwerpunkt in der Medizin: Starke Nerven9. Februar 2018 Prof. Manfred Schedlowski (li.) und Prof. Christoph Kleinschnitz (Foto: Medizinische Fakultät, Dave Kittel) Neurologische und psychische Erkrankungen sind weltweit auf dem Vormarsch. Deshalb bündelt die Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) ihre Forschungsaktivitäten zum neuen Schwerpunkt „Translationale Neuro- und Verhaltenswissenschaften“. Koordiniert wird er durch Prof. Christoph Kleinschnitz, Direktor der Klinik für Neurologie, und Prof. Manfred Schedlowski, Direktor des Instituts für Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie. In den nächsten 25 Jahren die die Zahl der Patienten mit Nervenerkrankungen wie Schlaganfall, Multiple Sklerose oder Parkinson verdreifachen. Auch leiden immer mehr Menschen unter Demenz oder chronischen Schmerzen, sind süchtig oder depressiv. Das Problem: Obwohl sich diese Volkskrankheiten immer mehr ausbreiten, lassen sie sich nur begrenzt therapieren. „Leider weiß man immer noch zu wenig über die grundlegenden Mechanismen, die zu einer neurologischen oder psychischen Erkrankung führen. Für die Betroffenen ist das sehr belastend, auch weil Depressive oft als gar nicht richtig krank gelten“, erklärte der Neurologe Prof. Christian Kleinschnitz: „Deshalb muss man vertiefend und fachübergreifend forschen, um die komplexen Ursachen dieser Verhaltensstörungen und Erkrankungen zu verstehen und neue Therapieansätze entwickeln zu können.“ Die 17 Kliniken und vorklinischen Institute am Universitätsklinikum Essen sowie an LVR Klinikum Essen arbeiten deshalb künftig noch enger zusammen. Bereits heute werden hier zahlreiche Patienten behandelt; demnächst können deshalb neu entwickelte Therapiekonzepte zügig überprüft und umgesetzt werden. Wegen der wechselseitigen Beziehungen zwischen psychischen Prozessen, Verhalten und organischen Erkrankungen ist der neue Verbund auch für die anderen Schwerpunkte der Medizinischen Fakultät der UDE relevant; zum Beispiel in der Verbindung von Immunologie und Infektiologie bei Multipler Sklerose, chronischen Schmerzen, Depression oder Schlaganfall oder der Wechselwirkung zwischen Herz und Hirn mit dem Anknüpfungspunkt Gefäßmedizin.
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