Neuer Lehrstuhl für Rheumatologie in Deutschland – Bimba Hoyer übernimmt Professur in Kiel18. Januar 2018 Bimba Hoyer (Foto: Jacqueline Hirscher) Die Rheumatologin Dr. Bimba Hoyer hat den Ruf auf eine Professur für Rheumatologie in Kiel angenommen. Sie besetzt damit als zweite Frau in Deutschland einen Lehrstuhl in dem Fach. In Deutschland existieren derzeit nur sieben rheumatologische Lehrstühle, mahnt die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh). Die Fachgesellschaft dringt darauf, die universitäre Rheumatologie deutschlandweit zu stärken, um Menschen mit Rheuma eine bessere Versorgung zu gewähren. Obwohl Rheuma eine Volkskrankheit sei – entzündlich rheumatische Erkrankungen betreffen drei Prozent der Bevölkerung – verfügten von 37 medizinischen Fakultäten in Deutschland bislang nur sieben über einen rheumatologischen Lehrstuhl, so die DGRh. „Mit der Professur von Frau Dr. Hoyer sind es nun acht und wir sind einen wichtigen Schritt weiter auf dem Weg zu einer starken Rheumatologie“, freut sich DGRh-Präsident Prof. Hanns-Martin Lorenz. Er kritisiert gleichzeitig, dass die rheumatologische Lehre in Deutschland deutlich unterrepräsentiert ist. Studierende kämen deshalb mit der Rheumatologie kaum oder gar nicht in Berührung. „Aber wo keine engagierten Lehrer auftreten können, wächst bei Studierenden auch keine Begeisterung“, so Lorenz, der selbst die Rheumatologie am Universitätsklinikum Heidelberg leitet. Die Folge sei ein Mangel an Rheumatologen in Deutschland: Rund 700 sind es derzeit, etwa doppelt so viele würden gebraucht, um die Versorgung der Patienten zu sichern. Dazu will auch Hoyer beitragen. Als Bereichsleiterin für Rheumatologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, leitet sie ab sofort auch das Exzellenzzentrum für Entzündungsmedizin der Medizinischen Klinik. Geboren 1977 in Bonn, studierte Hoyer ebendort, in Rennes/Frankreich und Berlin Humanmedizin und promovierte in der Arbeitsgruppe von Professor Falk Hiepe an der Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Mitte. Das Thema ihrer Doktorarbeit lautet: „Langlebige Plasmazellen in einem Mausmodell bei systemischem Lupus Erythematodes“. Ihre Approbation erlangte sie im Jahr 2004. Ab 2005 arbeitete Hoyer als Assistenzärztin an der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Rheumatologie und klinische Immunologie der Charité. Parallel war Sie am Deutschen Rheumaforschungszentrum tätig und forschte am Walter und Eliza Hall Institute of Medical Research in Melbourne/Australien. Im Jahr 2013 absolvierte Hoyer ihre Facharztweiterbildung für Innere Medizin, 2014 für Innere Medizin und Rheumatologie. Aufgrund ihrer fachlichen Leistungen hat sie bereits zahlreiche Preise und Stipendien empfangen. Nicht nur für die Rheumatologie sei die Professur Hoyers ein Gewinn: „Insgesamt sind in der Medizin Frauen in Führungspositionen noch zu wenig vertreten“, meint Lorenz. Nur 10 Prozent der leitenden Funktionen sind weiblich besetzt. Und dies obwohl der Frauenanteil im Medizinstudium bei rund 70 Prozent liegt. Hoyer ist die zweite Frau in Deutschland, die einen Lehrstuhl für Rheumatologie übernimmt. Den ersten besetzte im Jahr 2014 Prof. Gabriela Riemekasten in Lübeck. Am 22. Januar 2018 wird Hoyer in Kiel offiziell zur Lehrstuhlinhaberin ernannt.
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