Neues Antikörper-Wirkstoff-Konjugat bei vorbehandeltem Urothelkarzinom

Symbolbild: MQ-Illustrations – stock.adobe.com

Das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Sacituzumab Tirumotecan (Sac-TMT) hat in einer aktuellen Studie vielversprechende Antitumoraktivität bei Patienten mit stark vorbehandeltem fortgeschrittenen oder metastasierten Urothelkarzinom gezeigt.

Das Trophoblasten-Zelloberflächenantigen 2 (TROP2) ist beim fortgeschrittenen oder metastasierten Urothelkarzinom überexprimiert. Daher liegt die Vermutung nahe, dass das gegen TROP2 gerichtete Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Sac-TMT einen Antitumoreffekt bei dieser Krebsentität erzielen könnte. Vorläufige Ergebnisse zur Sac-TMT-Monotherapie aus Kohorte 9 der Phase-I/II-Studie 2870-001/KL264-01 belegen bei stark vorbehandelten Patienten mit dieser Erkrankung tatsächlich eine Antitumoraktivität bei einem akzeptablen Sicherheitsprofil.

In die Studie waren Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Urothelkarzinom und Progression nach mindestens einer vorherigen platinbasierten Chemotherapie und Anti-PD-1/PD-L1-Therapie aufgenommen worden. Die Studienteilnehmer erhielten alle 2 Wochen 5 mg/kg Sac-TMT intravenös bis zur Progression, dem Auftreten inakzeptabler Toxizität oder einer Entscheidung des Patienten/Arztes. Als primären Endpunkt hatte das Team um Y. Zhu vom Fudan University Shanghai Cancer Center die vom Prüfarzt beurteilte Gesamtansprechrate (ORR) gemäß Response Evaluation Criteria in Solid Tumors, Version 1.1, festgelegt. Zu den sekundären Endpunkten gehörten die Ansprechdauer (DOR), das progressionsfreie Überleben (PFS), das Gesamtüberleben (OS) und die Sicherheit.

Fast ein Drittel der Patienten sprach an

Bis zum Stichtag am 17.02.2025 wurden 49 Patienten mit Sac-TMT behandelt, inkl. 37 mit 2 oder mehr vorherigen Therapielinien (76%). Die mediane Nachbeobachtungszeit für diese Analyse betrug 18,8 Monate. Die bestätigte ORR geben die Autoren mit 31% an (95%-Konfidenzintervall [KI] 18-45), die Krankheitskontrollrate mit 71% (95%-KI 57-83). Ihren Angaben zufolge wurde die mediane DOR nicht erreicht (Spanne 2,1–22,2) Monate. Der hintere Wert beruht dabei auf zensierten Daten, sodass die Patienten möglicherweise eine längere Remissionsdauer erreicht haben. Die Wahrscheinlichkeit für ein anhaltendes Ansprechen nach 12 Monaten beziffern Zhu und Kollegen auf 53%. Das mediane PFS betrug 5,5 Monate (95%-KI 3,6–7,2) und das mediane OS 12,1 Monate (95%-KI 9,9–15,3), mit 18-Monats-Raten von 26% bzw. 33%.

Nebenwirkungen der Grade 3 und 4 wurden bei 31 Teilnehmern (63%) verzeichnet. Am häufigsten (≥5%) waren Anämie (41%), Neutropenie (35%), Leukozytopenie (20%), Stomatitis (12%) und Thrombopenie (8%). Es traten keine Fälle von febriler Neutropenie oder Grad-5-Nebenwirkungen auf.

(sf/ms/BIERMANN)