Neues internationales Ausbildungsnetz für die Krebsforschung der Zukunft16. Oktober 2020 Ein Forscherteam des Leibniz-IPHT, der Universität und dem Universitätsklinikum Jena sowie vom Fraunhofer-Institut für Optik und Feinmechanik hat ein optisches Verfahren entwickelt, das Krebsgewebe sichtbar macht. © Sven Döring, Leibniz-IPHT Um Nachwuchsforschende dazu zu befähigen, innovative lichtbasierte Verfahren für die Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen zu entwickeln, starten mehrere profilierte Forschungseinrichtungen, Kliniken und Unternehmen aus sieben europäischen Ländern ein Netzwerk für eine internationale Promovierenden-Ausbildung. Insgesamt erhalten 15 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in dem von der Europäischen Kommission geförderten Programm PHAST (Photonics for Healthcare: multiscAle cancer diagnosiS and Therapy) eine exzellente, fachübergreifende Qualifizierung auf dem zukunftsweisenden Forschungsgebiet der Biophotonik. Bewerbungsschluss ist der 31. Oktober 2020. Photonische Technologien — also Verfahren, die Licht als Werkzeug nutzen — können dazu beitragen, Krebserkrankungen frühzeitiger und genauer zu erkennen und sie zielgerichtet und schonend zu behandeln. Die Entwicklung solcher innovativen Instrumente und nicht-invasiven Methoden für Krebs-Diagnostik und -Therapie steht im Fokus des dreijährigen Doktoranden-Programms, das 15 Forschungsstellen in Italien, Deutschland, Frankreich, Spanien, Österreich, Irland und Schweden ausschreibt. Die EU fördert das innovative Ausbildungsnetzwerk (Innovative Training Network — ITN) PHAST als Marie Skłodowska-Curie-Aktion im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon 2020. „Unser gemeinsames Ziel ist es, in enger Zusammenarbeit von Technologieentwicklung, Medizin und Industrie die nächste Generation von Forschenden auf dem Gebiet der Biophotonik auszubilden“, so Prof. Jürgen Popp, wissenschaftlicher Direktor am Leibniz-Institut für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT). Das Institut aus dem deutschen Optik- und Photonik-Standort Jena ist ebenso Teil des PHAST-Netzwerks wie der dortige Mikrooptik-Spezialist Grintech GmbH und die Friedrich-Schiller-Universität mit ihrem Klinikum (UKJ). Profilierte Partner in Forschung, Medizin und Industrie „Tumoren und Tumor-Grenzen sind unter Umständen sehr schwierig zu erkennen“, erläutert Prof. Orlando Guntinas-Lichius, der am UKJ die Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde leitet und mit dem Universitätsklinikum San Raffaele in Mailand zu den medizinischen Forschungspartnern des PHAST-Netzwerks gehört. „Optische und vor allem biophotonische Technologien können unsere diagnostischen Möglichkeiten entscheidend voranbringen — und mit ihnen die Möglichkeiten, diese Erkrankungen effektiv zu behandeln.“ Weitere profilierte Partner sind das Institute of Photonic Sciences ICFO in Barcelona, die Universität Parma, die Medizinische Universität Wien und das University College of Cork. Unter den Unternehmen befinden sich spezialisierte Kleinunternehmen sowie Global Players wie Horiba, Philips und Zeiss. Das strukturierte Ausbildungsprogramm ist an konkrete Projekte geknüpft, etwa die Erforschung eines Laser-Endoskops zur Entfernung von Tumorgewebe, einer Mikro-Kamera für die hyperspektrale Bildgebung bei der In-vivo-Diagnostik oder die Entwicklung optischer Verfahren, um den Therapieerfolg zu überwachen. Die 15 so genannten Early Stage Researchers erlernen den Umgang mit den Technologien an praktischen Laborplattformen, in Workshops und Summer Schools. Darüber hinaus erhalten sie einen personalisierten Entwicklungsplan, der sie bei der Planung ihrer weiteren Karriere im akademischen oder nicht-akademischen Bereich unterstützt. Ein detaillierter Überblick über das PHAST-ETN-Projekt, die ausgeschriebenen Forschungsstellen sowie Hinweise zum Bewerbungsverfahren findet sich unter: www.phast-etn.eu.
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