Neues ISAS-Patent treibt die Plasmamedizin voran8. Januar 2018 Bild: © thingamajiggs – fotolia.com Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Analytische Wissenschaften (ISAS) in Dortmund haben eine neue Plasmatechnik entwickelt, die den Einsatz von Plasmen in der Medizin vereinfachen soll. Anfang November wurde den Forschern für diese Entwicklung ein Patent erteilt. Kalte Plasmen könnten in der Medizin Großes leisten: Sie unterstützen die Wundheilung, regen die Blutgerinnung an und können bei der Behandlung von Hautkrankheiten und Entzündungen helfen. Außerdem wirken sie desinfizierend und können sogar die Oberfläche von Implantaten so verändern, dass diese vom Körper besser angenommen werden. Doch viele dieser Entwicklungen sind bisher nicht über das experimentelle Stadium hinausgekommen – ihre flächendeckende Verwendung scheitert bislang an der Handhabung der Plasmen, die sich oft nicht zuverlässig einstellen lassen. Dieses Problem haben Joachim Franzke und sein Team aus der Arbeitsgruppe Miniaturisierung am ISAS nun gelöst. Das neu patentierte „Verfahren zur Ionisierung von gasförmigen Proben mittels dielektrisch behinderter Entladung und zur nachfolgenden Analyse der erzeugten Probenionen in einem Analysegerät“ haben die Wissenschaftler ursprünglich entwickelt, um es in der Analytik zu verwenden, etwa als Ionisierungsquelle für die Massenspektrometrie. Dabei haben sie allerdings auch herausgefunden, mit welchen Gasen man das kalte Plasma zuverlässig zünden kann und wie man welchen Modus erzeugt – denn der Modus eines Plasmas bestimmt über seine Eigenschaften und Einsatzgebiete. „Mit unserem neuen Verfahren können wir das Plasma nun sehr fein einstellen und damit auf unterschiedlichste Anwendungen hin anpassen“, erläutert Arbeitsgruppenleiter Joachim Franzke. „Wir versprechen uns vielfältige Einsatzmöglichkeiten von dieser Technologie. Die Plasmamedizin ist gerade erst im Kommen, und auch in der Labordiagnostik und für den Nachweis von Schadstoffen können unsere Plasmen eingesetzt werden.“ Das Team um Joachim Franzke wird die Technologie daher nun in neuen Ansätzen für die Plasmamedizin erproben, zum Beispiel in einem aktuellen Gemeinschaftsprojekt mit den ISAS-Kollegen um Kristina Lorenz, bei dem es um die Einsatzmöglichkeiten von Plasmen in der Therapie von Herzkrankheiten geht.
Mehr erfahren zu: "Unzufriedenheit mit Praxissoftware war auch 2025 hoch" Unzufriedenheit mit Praxissoftware war auch 2025 hoch Jede dritte Arzt- und Psychotherapiepraxis in Deutschland möchte ihr Praxisverwaltungssystem (PVS) aktuell wechseln. Ursache hierfür ist unter anderem die hohe Fehleranfälligkeit der Systeme. Das zeigen aktuelle Umfrageergebnisse des Zentralinstituts für die […]
Mehr erfahren zu: "Handekzem: Aktualisierte S2k-Leitlinie zu „Beruflichen Hautmitteln“" Handekzem: Aktualisierte S2k-Leitlinie zu „Beruflichen Hautmitteln“ Handekzeme zählen zu den häufigsten berufsbedingten Hauterkrankungen. Eine neue Leitlinie gibt praxisnahe Empfehlungen, wie berufliche Hautmittel wirksam eingesetzt werden können, um Hautschäden vorzubeugen.
Mehr erfahren zu: "Patentiertes Hydrogel: Neuer Ansatz für eine sichere Wundheilung" Patentiertes Hydrogel: Neuer Ansatz für eine sichere Wundheilung Der Chemiker Muhammad Atif von der Universität Siegen hat zusammen mit Kollegen aus Siegen und Amsterdam ein neuartiges Hydrogel für Wundauflagen entwickelt. Es soll Wunden schützen und Infektionen verhindern. Für […]