Neues Medikament zeigt Potenzial für die Hautkrebstherapie24. November 2023 Die roten Punkte auf dem Bild sind gefärbte Krebszellen. Die mit Plixorafenib (PLX8394) behandelte untere Reihe zeigt, dass das Medikament die Invasion von Krebszellen in das Kollagengel deutlich hemmt. In der oberen Reihe bewegen sich die Kontrollzellen ungehemmt. Die Bewegung der Zellen wurde fünf Tage lang mit einem konfokalen Mikroskop verfolgt. Maßstabsbalken 500 μm. Bild: ©Elina Siljamäki Das Kutane Plattenepithelkarzinom (cSCC) ist die häufigste Form von metastasiertem Hautkrebs. Eine aktuelle Studie an der Universität Turku, Finnland, zeigt, dass Plixorafenib – ein in der Entwicklung befindliches Medikament zur Behandlung von Melanomen und Lungenkrebs – auch das Fortschreiten des cSCC stoppen kann. Krebszellen können zahlreiche Mutationen enthalten, weshalb sie sich viel schneller teilen als gesunde menschliche Zellen. Das beschleunigte Wachstum wird häufig durch die gleichzeitige Aktivierung mehrerer Signalwege verursacht. Viele der aktuellen Therapien wurden entwickelt, um nur eine einzelne Krebsmutation oder einen einzelnen Signalweg zu hemmen, auch wenn die Blockierung mehrerer Wege möglicherweise eine wirksamere Methode zur Hemmung des Krebswachstums darstellt. Die Forschungsgruppen von Biochemie-Professor Jyrki Heino und Dermatologie-Professor Veli-Matti Kähäri an der Universität Turku, Finnland, entdeckten ein neues Target für Plixorafenib (PLX8394), als sie beobachteten, dass es gleichzeitig die Aktivität mehrerer entscheidender Signalwege beim cSCC hemmt. „Plixorafenib wurde ursprünglich zur Behandlung von Melanomen und Lungenkrebs entwickelt, die durch eine bestimmte Mutation verursacht werden, und befindet sich in Bezug auf diese beiden Krebsarten derzeit in klinischen Phase-II-Studien. Wir haben jedoch festgestellt, dass dieses neue Medikament auf mehrere Signalwege beim cSCC abzielt. Dies kann mit Dosen erreicht werden, die scheinbar keine nennenswerten Nebenwirkungen haben“, sagt Heino. Neues Target in experimentellen Modellen belegt Die Erstautorin des Artikels, Senior Research Fellow Elina Siljamäki, verwendete 3D-Zellkulturmodelle, die cSCC-Tumoren unter Laborbedingungen nachahmen. „In unseren früheren Studien haben wir beobachtet, dass zwei Signalproteine in der Zelle, der transformierende Wachstumsfaktor β (TGF-β) und das RAS-Protoonkoprotein, eine Schlüsselrolle bei der Ausbreitung des cSCC spielen. In dieser Studie haben wir gezeigt, dass Plixorafenib, das zur Hemmung des Ras-Signalwegs entwickelt wurde, in Mausmodellen auch die Aktivierung des TGF-b-Wegs und das Wachstum menschlicher cSCC blockiert“, erklärt Siljamäki. Die Entdeckung ist von Bedeutung, da sie zeigt, dass ein einziges Medikament mehrere verschiedene krebserregende Proteine oder überaktive Signalwege hemmen und so die Ausbreitung von Krebs verlangsamen kann. Darüber hinaus zeigte die Studie, dass Medikamente, die sich in klinischen Studien befinden, eine breitgefächerteres Set an Targets haben und daher breiter eingesetzt werden können. Da die Sicherheit des Medikaments bereits nachgewiesen ist, kann es schneller zur Behandlung neuer Patienten eingeführt werden. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass Plixorafenib ein sehr vielversprechender Kandidat für eine klinische Studie zur Behandlung des lokalen oder metastasierten cSCC ist“, freut sich Kähäri. Die Forschung wurde von der Sigrid Jusélius Foundation, der Jane and Aatos Erkko Foundation und der Cancer Foundation Finland finanziert. Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit dem InFLAMES Research Flagship durchgeführt und im Journal „Oncogene“ veröffentlicht.
Mehr erfahren zu: "Künstliche Intelligenz identifiziert Risikomuster für Hautkrebs in Registerdaten" Künstliche Intelligenz identifiziert Risikomuster für Hautkrebs in Registerdaten Eine aktuelle Studie aus Schweden zeigt, wie Künstliche Intelligenz (KI) aus Routinedaten Muster erkennt, die Dermatologen in Zukunft bei der Melanomprävention unterstützen könnten.
Mehr erfahren zu: "Nephrektomie beim cT1-Nierenzellkarzinom: Prädiktoren für Erhöhung des Tumorstadiums identifiziert" Weiterlesen nach Anmeldung Nephrektomie beim cT1-Nierenzellkarzinom: Prädiktoren für Erhöhung des Tumorstadiums identifiziert Neun bestimmte Variablen können Prädiktoren für eine postoperative Erhöhung des Tumorstadiums (pathological upstaging) des cT1-Nierenzellkarzinoms sein, so eine neue Studie aus China.
Mehr erfahren zu: "Risikobewertung bei HPV-bedingtem Oropharynxkarzinom" Weiterlesen nach Anmeldung Risikobewertung bei HPV-bedingtem Oropharynxkarzinom Eine aktuelle US-amerikanische Studie zeigt, wie zirkulierende tumorassoziierte DNA (ctDNA) personalisierte Behandlungsstrategien bei HPV-bedingtem Oropharynxkarzinom unterstützen könnte.