Neues Projekt bringt pädiatrische Versorgung in den ländlichen Raum

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In den ländlichen Gebieten Ostbayerns ist die kinder- und jugendmedizinische Versorgung oft nicht gegeben. Um den Nachwuchs in der Region dennoch flächendeckend versorgen zu können, hat die KUNO-Klinik St. Hedwig das Projekt „KUNOLand“ ins Leben gerufen. Die Umsetzungskosten in Höhe von 120.000 Euro werden vom bayerischen Gesundheitsministerium getragen, der Landkreis Cham beteiligt sich mit zehn Prozent.

„Gerade bei Kindern und Jugendlichen spielen Vorsorge, Gesundheitspflege und Früherkennung eine große Rolle. Ein geschultes Auge ist essenziell, um die Entwicklung einzuschätzen und eventuell notwendige Therapien in die Wege zu leiten. Leider haben wir aber in der Fläche zu wenig Kinder- und Jugendärzte. Diese Situation wird sich in absehbarer Zeit nicht ändern. Umso wichtiger ist es, dass wir uns vernetzen und in den engen Austausch miteinander gehen“, beschreibt Prof. Michael Melter, Direktor der Kinder-Uni-Klinik Ostbayern (KUNO) die Idee hinter dem Projekt.

Im Rahmen von „KUNOLand“ haben die Verantwortlichen deshalb Instrumente geschaffen, die die Ärzte der Regensburger Hedwigsklinik mit ihren Kollegen auf dem Land besser vernetzen. Kooperationspartner sind Krankenhäuser ohne eigene Kinderabteilungen und niedergelassene Ärzte in der Region.

Persönlich unterwegs: Weiterbildung und Austausch vor Ort

So bilden sich künftig Assistenzärzte der KUNO-Klinik St. Hedwig regelmäßig in Partnerpraxen in der Region weiter. „Von dieser Weiterbildungskooperation erhoffen wir uns, dass unsere Mitarbeitenden die Abläufe und Fragestellungen in den Praxen besser einschätzen lernen. Gleichzeitig schaffen wir es damit, neueste medizinische Erkenntnisse direkt an unsere Kollegen vor Ort weiterzugeben. Eine ganz klare Win-Win-Win-Situation!“, erklärt Melter. Eine interdisziplinäre Fortbildungsreihe zu Themen der Kinder- und Jugendgesundheit rundet diesen fachlichen Austausch ab.

Schnell unterwegs: Mit der App 24/7 erreichbar

Neben persönlichem Kontakt setzen die Verantwortlichen in Ostbayern aber auch auf digitale Unterstützung: Mit der neu entwickelten KUNOLand-App (MedicMoby) können zunächst Partnerpraxen, später auch Notfallmediziner sowie Kliniken ohne Kinderabteilungen Experten der Klinik St. Hedwig virtuell zum pädiatrischen Patienten vor Ort holen. „Glücklicherweise geraten Kinder nur sehr selten in schwere Notfallsituationen. Aber wenn etwas passiert, müssen die Rettungskräfte bei einem Einsatz genau wissen, worauf es bei unseren kleinen Patienten ankommt. Über die App können wir dieses notwendige Spezialwissen jederzeit und schnell an unsere Kollegen vor Ort weitergeben“, erklärte Melter.