Neues toxikologisches Graduiertenkolleg22. Juli 2020 Foto: © GoodIdeas – Adobe Stock Wie antworten menschliche Stammzellen und Vorläuferzellen mit Stammzelleigenschaften auf Schäden durch chemische Stoffe, die Änderungen im genetischen Material auslösen? Diese Frage erforscht das Graduiertenkolleg (GRK) „Einfluss von Genotoxinen auf die Differenzierungseffizienz muriner und humaner Stamm- und Progenitorzellen sowie die Funktionalität von daraus abgeleiteten differenzierten Zelltypen“. Sprecher ist Professor Dr. Gerhard Fritz, Institut für Toxikologie und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das neue Graduiertenkolleg (GRK) 2578 an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ab Januar 2021. Die elf naturwissenschaftlichen NachwuchswissenschaftlerInnen sowie neun medizinischen DoktorandenInnen werden von WissenschaftlernInnen der Medizinischen Fakultät, der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät sowie dem Institut für Umweltmedizinische Forschung (IUF) betreut. Das Graduiertenkolleg soll mit etwa 3.5 Millionen EUR gefördert werden. Prof. Dr. Peter Westhoff, Prorektor für Forschung der HHU, kommentiert: „Diese Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Fach Toxikologie ergänzt iden bereits bestehenden Masterstudiengang Toxikologie. Damit vervollständigt sich der Schwerpunkt Toxikologie an der HHU weiter und trägt so zur Profilierung des Standortes in NRW bei.“ Die Stabilität der genetischen Information (DNA) unserer Zellen ist für deren korrekte Funktionsweise essentiell. Stoffwechselprodukte, Umweltschadstoffe oder Tumortherapeutika verursachen jedoch permanent Schäden an der DNA. Die daraus resultierende genetische Instabilität ist Ursache zahlreicher Erkrankungen, u.a. chronisch-degenerativer Prozesse, der Störung regenerativer Vorgänge, der Tumorbildung oder von unerwünschten (akut- oder chronisch-toxischen) Wirkungen von Tumortherapien. Um auf DNA-schädigende (genotoxische) Einflüsse adäquat zu reagieren und die Aufrechterhaltung der genetischen Stabilität möglichst optimal zu gewährleisten, verfügen unsere Zellen über hochkomplexe und spezifische Abwehrsysteme. Im GRK 2578 untersuchen die WissenschaftlerInnen die Antworten von Stamm- und Vorläuferzellen auf Schadstoffe, welche dauerhaft Veränderungen im genetischen Material auslösen können. Untersucht werden sollen sowohl die unmittelbaren Stress-Reaktionen der Zellen auf genotoxische Substanzen als auch, inwieweit solche Giftstoffe die Entwicklung und Funktion der Tochterzellen langfristig beeinträchtigen und dadurch Erkrankungen auslösen oder fördern. Das strukturierte Ausbildungsprogramm des GRK 2578 bietet den NachwuchswissenschaftlernInnen die Möglichkeit interdisziplinäre Kompetenzen auf dem Gebiet der Toxikologie/Stammzellbiologie zu erwerben. Ziel des Graduiertenkollegs ist es, in den nächsten viereinhalb Jahren hochqualifizierte NachwuchswissenschaftlerInnen und Mediziner*innen auszubilden, welche sich durch eine exzellente toxikologische Expertise als Voraussetzung für eine wissenschaftlich fundierte Bewertung Arzneimittel- und Umwelt-toxikologischer Problemstellungen sowie die künftige Entwicklung (geno)protektiver Strategien auszeichnen.
Mehr erfahren zu: "Genetischer Risikofaktor und Virusinfektion tragen gemeinsam zur Multiplen Sklerose bei" Genetischer Risikofaktor und Virusinfektion tragen gemeinsam zur Multiplen Sklerose bei Multiple Sklerose wird durch eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus mitverursacht. Daneben spielen aber auch bestimmte Genvarianten eine wichtige Rolle. Wie Forschende der Universität Zürich zeigen, führt erst das molekulare Zusammenspiel […]
Mehr erfahren zu: "2000 Jahre alte Herpesviren im menschlichen Genom" 2000 Jahre alte Herpesviren im menschlichen Genom Eine neue Studie bestätigt, dass bestimmte humane Herpesviren bereits vor tausenden Jahren Teil des menschlichen Genoms wurden. Die aktuellen Genomdaten liefern den ersten direkten Beweis für die Entwicklung der Viren […]
Mehr erfahren zu: "Darmpolypen: DNA-Tests verbessern den Einblick in erbliche Risiken" Darmpolypen: DNA-Tests verbessern den Einblick in erbliche Risiken Bei fünf bis zehn Prozent der Darmkrebspatienten spielen erbliche Faktoren eine Rolle. Dabei ist der Anteil bei jüngeren Personen höher. Die DNA-Analyse von Darmpolypen liefert wichtige zusätzliche Informationen über die […]