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Liebe Leserinnen und Leser der Ärztlichen Praxis Neurologie Psychiatrie,
manch einer mag beim Stichwort „Genderdebatte“ mit den Augen rollen, in der medizinischen Versorgung hat sie auf jeden Fall ihre Berechtigung beziehungsweise ist sie dringend notwendig, wie eine aktuelle Studie zeigt. In dieser haben Wissenschaftler der Medizinischen Universität Graz, Österreich, untersucht, ob und wie die Auswirkungen der zerebralen Mikroangiopathie, der häufigsten Ursache für ischämische Schlaganfälle und ein bedeutender Risikofaktor für die Entwicklung kognitiver Beeinträchtigungen und Demenz, bei Frauen und Männern variieren. Und tatsächlich fanden sie mithilfe von Daten zu mehr als 20.000 Schlaganfall-Patienten aus 38 weltweiten Kohorten deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede. Dazu zählt, dass Männer zwar häufiger von Mikroblutungen im Gehirn betroffen sind, Frauen aber größere Schäden davontragen und ein höheres Sterberisiko haben. Auch wenn sich daraus aktuell noch keine konkreten Empfehlungen ableiten lassen, wie weibliche und männliche Patienten mit zerebraler Mikroangiopathie behandelt werden sollten, sind sie doch ein Anstoß, künftig stärker geschlechtsspezifisch zu forschen und zu therapieren.
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