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Liebe Leserinnen und Leser der Ärztlichen Praxis Neurologie Psychiatrie,
in den USA hat die sogenannte Opioidkrise bereits Zehntausende Todesopfer gefordert. Da Opioide hierzulande zwar deutlich restriktiver als in den USA, aber dennoch häufiger als noch vor zehn oder 20 Jahren verschrieben werden, befürchten Experten, dass die Opioidkrise auch Deutschland erfassen könnte. Ein Forscherteam der Universität Jena hat daher auf Basis von Krankenkassendaten untersucht, ob Operationen und die damit einhergehende Schmerztherapie möglichweise den Grundstein für eine Opioidabhängigkeit legen. Dabei fanden sie nur bei 1,4 Prozent der operierten Patienten eine über sechs Monate hinausgehende Einnahme von Opioiden. Allerdings hatten bestimmte Patientengruppen einen deutlich höheren Opioidkonsum als andere: So war der langfristige Einsatz der potenten Schmerzmittel nach Wirbelsäulen-, Schulter- und Sprunggelenksoperationen sowie Gelenkersatz-Wiederholungseingriffen bis zu siebenfach höher als im Durchschnitt nach anderen Eingriffen. Da angesichts des demographischen Wandels mit einer Zunahme insbesondere von Operationen zum Ersatz von Hüft- und Kniegelenken zu rechnen ist, sollten Patienten nach bestimmten Operationen möglicherweise enger als bisher betreut und begleitet werden.
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