Liebe Leserinnen und Leser,
selbst moderater Alkoholkonsum ist mit einem erhöhten Risiko für verschiedene Krebsarten assoziiert, wie eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit aus den USA erneut zeigt. Forschende der Florida Atlantic University analysierten 62 Studien mit bis zu fast 100 Millionen Teilnehmenden und untersuchten den Einfluss unterschiedlicher Konsummuster auf das Krebsrisiko. Bestätigt wurde ein dosis- und frequenzabhängiger Zusammenhang insbesondere für Tumoren des Gastrointestinaltraktes, der Leber, der oberen Atemwege sowie für Brustkrebs. Besonders anfällig waren bestimmte Bevölkerungs- und Patientengruppen, darunter ältere Erwachsene, Menschen mit Adipositas oder Diabetes sowie Personen mit genetischer Prädisposition. Lebensstilfaktoren wie Rauchen, körperliche Inaktivität, Infektionen und eine ungünstige Ernährung verstärkten das alkoholbedingte Risiko zusätzlich.
Dass vermeintlich alltägliche Genuss- und Konsumstoffe auch jenseits der Onkologie erhebliche gesundheitliche Risiken bergen können, verdeutlicht eine weitere Analyse aus Europa. Ein internationales Expertenteam berichtet im „European Heart Journal“, dass Nikotin die Gefäßfunktion beeinträchtigt und die Herz-Kreislauf-Gesundheit schädigt. Die Auswertung von mehr als 100 Studien zeigt konsistent, dass Nikotin Blutdruck, oxidativen Stress und endotheliale Dysfunktion fördert, unabhängig davon, ob es über Zigaretten, E-Zigaretten oder orale Nikotinprodukte aufgenommen wird. Besonders alarmierend ist der rasch zunehmende Konsum moderner Nikotinprodukte unter Jugendlichen, der mit einer schnellen Abhängigkeitsentwicklung einhergeht.
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