|
Liebe Leserinnen und Leser,
Infektionen stellen bei Krebspatienten nach wie vor eine der häufigsten Todesursachen dar – häufig ausgelöst durch resistente Bakterien. Eine retrospektive Kohortenstudie mit Daten aus 198 ambulanten Gesundheitseinrichtungen in den USA zeigt deutlich erhöhte Anteile antimikrobieller Resistenzen bei Krebspatienten im Vergleich zu Personen ohne Krebserkrankung.
Insgesamt waren die Resistenzraten und Inzidenzverhältnisse für die meisten relevanten Erreger bis zu dreimal höher. Die Autoren betonen daher die Notwendigkeit einer gezielten Überwachung und verbesserten Infektionsprävention, um eine rationale Antibiotikaverschreibung in dieser vulnerablen Patientengruppe sicherzustellen.
Forschende der University of California San Diego (USA) haben in einer Genomstudie 981 Darmkrebsproben aus elf Ländern analysiert und dabei alters- und regionsspezifische Unterschiede in den Mutationssignaturen identifiziert. Besonders auffällig war der Einfluss von Colibactin-produzierenden Bakterien, die offenbar in jungen Jahren eine mutagene Wirkung entfalten und so zur steigenden Inzidenz von früh auftretendem Darmkrebs beitragen könnten. Entsprechende Mutationssignaturen waren bei Betroffenen unter 40 Jahren mehr als dreimal häufiger nachweisbar als bei älteren Patienten. Diese Erkenntnisse verdeutlichen, wie bakterielle Einflüsse nicht nur bei Infektionen, sondern auch in der Krebsentstehung eine zentrale Rolle spielen können.
Lesen Sie mehr zu diesen und weiteren Themen aus der Allgemeinmedizin im heutigen Newsletter und auf unserem „Fachportal kompakt-allgemeinmedizin.de“.
Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre und eine gute Woche.
|