Ausgabe 49/2025

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Montag, 01. Dezember 2025

Liebe Leserinnen und Leser,
 
der Winter ist prädestiniert für Unfälle. Ob auf glatten Straßen, beim Skifahren, Rodeln oder Schlittschuhlaufen, oder einfach nur beim weihnachtlichen Dekorieren der Fenster auf der Leiter: Schnell kracht es und nicht selten enden solche Unfälle in der Notaufnahme – im ungünstigen Fall sogar mit einem moderaten bis schweren Schädel-Hirn-Trauma. Dass dann der Start der Neurorehabilitation nicht auf die lange Bank geschoben werden sollte, bestätigt eine aktuelle Erhebung aus den USA. In einer großen retrospektiven US-Kohorte war eine verzögerte Neurorehabilitation (> 7 Tage) mit einem signifikant erhöhten Risiko für Alzheimer, Demenz und kognitive Defizite assoziiert.
Winterlich kalte Temperaturen bergen aber auch eine andere Gefahr: Sie erhöhen das Risiko, eine notfallmäßige Behandlung der Atemwege zu benötigen, wie Wissenschaftler aus Augsburg jüngst in ihrem Forschungsprojekt „Extreme“ herausfanden. Dieser Effekt lässt sich teilweise auf die saisonale Grippe zurückführen und mündete fünf bis sieben Tage nach einem Kälteeinbruch in einem Peak ambulanter Behandlungen (Infektionen der oberen Atemwege) und nach zehn bis zwölf Tagen bei den Klinikeinweisungen (Infektionen der unteren Atemwege).
Speaking of Grippe: Einen besseren Schutz als die bislang üblichen Grippeschutzimpfungen scheinen die neuen (und noch nicht zugelassenen) mRNA-Impfstoffe von Pfizer und Moderna zu bieten – allerdings bei vermehrten Impfreaktionen. Ob sie der neue Stern am Grippe-Impfhimmel sein werden, bleibt jedoch abzuwarten. Noch ist nicht klar, ob ihre Schutzdauer über die gesamte Saison anhält und ob sie auch bei immungeschwächten Personen eine ausreichende Immunantwort hervorrufen – speziell im Vergleich zu den dort bereits zum Einsatz kommenden verbesserten herkömmlichen Influenzaimpfstoffen (hochdosiert oder adjuvantiert).
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten Start in die Winterzeit – hoffentlich ohne Unfälle und Atemwegsinfekte für Sie und Ihre Patientinnen und Patienten.




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 

 
 
Schweres Schädel-Hirn-Trauma: Frühe Neurorehabilitation reduziert Risiko für Alzheimer

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Wird eine neurorehabilitative Therapie innerhalb der ersten Woche nach einem mittleren bis schweren Schädel-Hirn-Trauma aufgenommen, sinkt das Risiko, in den folgenden Jahre an Alzheimer oder Demenz zu erkranken.

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Forschungsprojekt „Extreme“: Atemwegserkrankungen häufen sich bei Hitze und bei Kälte

Der Klimawandel ist eine ernste Gefahr für die menschliche Gesundheit – nicht erst in der Zukunft. Bereits jetzt führen extreme Temperaturen zu mehr Atemwegserkrankungen. Das zeigt eine Studie, die an der Universität Augsburg mit Daten aus dem Universitätsklinikum Augsburg entstanden ist.

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mRNA-Impfstoffe als Schutz vor Grippe

mRNA-Impfstoffe als Schutz vor Grippe

Nach ihrem Erfolg in der COVID-19-Pandemie steht die mRNA-Technologie nun bei Influenza auf dem Prüfstand. Neue Daten zum Pfizer-Impfstoff zeigen eine robuste Immunantwort – allerdings auch eine erhöhte Rate typischer Impfreaktionen.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Randomisierte kontrollierte Studie: Der Einfluss der Kombination von Lidocain und Ropivacain auf die Wirkdauer und den Wirkungseintritt einer ultraschallgeführten infraklavikulären Plexus-brachialis-Blockade.
Eur J Anaesthesiol 2025;42(12):1046–1055.

Flüssigkeitshaushalt und Mortalität bei erwachsenen Intensivpatienten mit Sepsis oder septischem Schock: eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse von Beobachtungsstudien.
BMC Anesthesiol 26.11.2025.

Vernakalant versus Procainamid zur schnellen Kardioversion bei Patienten mit akutem Vorhofflimmern (RAFF4): randomisierte klinische Studie.
BMJ 2025;391:e085632.

 
 

Genetischer Risikofaktor für Delir identifiziert

APOE4 ist ein bekannter Risikofaktor für die Entstehung von Alzheimer. Eine großangelegte Analyse der DNA von mehr als einer Million Menschen weltweit liefert nun Hinweise, dass die Genvariante auch das Risiko für die Entwicklung eines Delirs erhöht.

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Sepsiserreger P. aeruginosa wandert von der Lunge in den Darm

Sepsiserreger P. aeruginosa wandert von der Lunge in den Darm

Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass das Bakterium Pseudomonas aeruginosa, das schwere nosokomiale Infektionen verursacht, bei ein und demselben Patienten von der Lunge in den Darm wandern und so das Risiko für eine lebensbedrohliche Sepsis erhöhen kann.

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KURZMELDUNGEN:

Die Bundesärztekammer unterstützt die gegen Gewalt an Frauen gerichtete UN-Kampagne #OrangeTheWorld. Denn: Praxen und Krankenhäuser sind für betroffene Frauen häufig die erste Anlaufstelle und spielen eine Schlüsselrolle im Opferschutz.
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Laut einer Patientenbefragung sehen fast 90 Prozent der Patienten in Notaufnahmen sich selbst als „dringlich“ oder „Notfall“.
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Krisenfest oder verwundbar? Angesichts der sich wandelnden sicherheitspolitischen Lage in Europa fordern BDA und DGAI für den Ernstfall klare Strukturen im deutschen Gesundheitssystem.
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TERMINE:

25. Kongress der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin
3.–5. Dezember 2025
Hamburg

20th ESRA Winter Week Conference
18.–23. Januar 2026
Längenfeld, Österreich

4th ERS Respiratory Failure and Mechanical Ventilation Conference
12.–14. Februar 2026
Rotterdam, Niederlande

 
 

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