|
Liebe Leserinnen und Leser,
der Winter ist prädestiniert für Unfälle. Ob auf glatten Straßen, beim Skifahren, Rodeln oder Schlittschuhlaufen, oder einfach nur beim weihnachtlichen Dekorieren der Fenster auf der Leiter: Schnell kracht es und nicht selten enden solche Unfälle in der Notaufnahme – im ungünstigen Fall sogar mit einem moderaten bis schweren Schädel-Hirn-Trauma. Dass dann der Start der Neurorehabilitation nicht auf die lange Bank geschoben werden sollte, bestätigt eine aktuelle Erhebung aus den USA. In einer großen retrospektiven US-Kohorte war eine verzögerte Neurorehabilitation (> 7 Tage) mit einem signifikant erhöhten Risiko für Alzheimer, Demenz und kognitive Defizite assoziiert.
Winterlich kalte Temperaturen bergen aber auch eine andere Gefahr: Sie erhöhen das Risiko, eine notfallmäßige Behandlung der Atemwege zu benötigen, wie Wissenschaftler aus Augsburg jüngst in ihrem Forschungsprojekt „Extreme“ herausfanden. Dieser Effekt lässt sich teilweise auf die saisonale Grippe zurückführen und mündete fünf bis sieben Tage nach einem Kälteeinbruch in einem Peak ambulanter Behandlungen (Infektionen der oberen Atemwege) und nach zehn bis zwölf Tagen bei den Klinikeinweisungen (Infektionen der unteren Atemwege).
Speaking of Grippe: Einen besseren Schutz als die bislang üblichen Grippeschutzimpfungen scheinen die neuen (und noch nicht zugelassenen) mRNA-Impfstoffe von Pfizer und Moderna zu bieten – allerdings bei vermehrten Impfreaktionen. Ob sie der neue Stern am Grippe-Impfhimmel sein werden, bleibt jedoch abzuwarten. Noch ist nicht klar, ob ihre Schutzdauer über die gesamte Saison anhält und ob sie auch bei immungeschwächten Personen eine ausreichende Immunantwort hervorrufen – speziell im Vergleich zu den dort bereits zum Einsatz kommenden verbesserten herkömmlichen Influenzaimpfstoffen (hochdosiert oder adjuvantiert).
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten Start in die Winterzeit – hoffentlich ohne Unfälle und Atemwegsinfekte für Sie und Ihre Patientinnen und Patienten.
|