Ausgabe 06/2025

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Montag, 02. Februar 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

gerade weil Schlaganfälle in Schwangerschaft und Wochenbett selten sind, werden sie im klinischen Alltag leicht übersehen. Wenn Schwangere oder Wöchnerinnen mit Kopfschmerzen, Sprachstörungen oder neurologischen Auffälligkeiten vorstellig werden, liegt es nahe, diese Symptome auf Schlafmangel oder andere Begleitumstände zurückzuführen. Der Schlaganfall ist dann oft nicht die erste Verdachtsdiagnose.

Wie relevant dieses Problem ist, zeigt eine retrospektive US-amerikanische Erhebung unter 135 Frauen mit schwangerschaftsassoziiertem Schlaganfall. Mehr als ein Viertel der Betroffenen hatte im Monat vor dem Ereignis wegen entsprechender Symptome Kontakt zu medizinischem Fachpersonal, ohne dass eine rechtzeitige Diagnose gestellt wurde – dreimal häufiger als in nicht maternalen Populationen.

Als wesentliche Ursachen identifizierten die Autorinnen und Autoren das Nichterkennen typischer Symptome sowie das Unterlassen adäquater neuroradiologischer Diagnostik. Die Studienleiterin Dr. Eliza Miller sieht hierin vor allem ein Awareness-Problem und wirbt für eine stärkere Sensibilisierung derjenigen Fachdisziplinen, die Schwangere und Wöchnerinnen betreuen.

Einen Beitrag dazu sollen neue konsensbasierte Empfehlungen der American Heart Association leisten, an denen Miller als Erstautorin beteiligt war. Neben Risikofaktoren und Prävention rücken sie insbesondere die Akutdiagnostik und -therapie in den Fokus.

Auch jenseits der Schwangerschaft zeigt sich, dass seltene Schlaganfallkonstellationen besondere Aufmerksamkeit erfordern – etwa im Kindesalter. Anlässlich der bevorstehenden International Stroke Conference (4.–6. Februar 2026) in New Orleans haben die American Heart Association und die American Stroke Association ihre neue Leitlinie zur Frühbehandlung des akuten ischämischen Schlaganfalls veröffentlicht. Erstmals enthält sie detaillierte Empfehlungen zur Diagnose und Behandlung von Schlaganfällen bei Kindern. Damit sind die Amerikaner uns voraus: Zwar wurde ein entsprechendes AWMF-Leitlinienprojekt für den arteriell ischämischen Schlaganfall im Kindesalter bereits 2019 angemeldet, ein Veröffentlichungszeitpunkt ist jedoch unklar. Die zentralen Inhalte der US-Empfehlungen stellen wir im heutigen Top-Beitrag vor.

Einen Blick in die Zukunft der Schlaganfallversorgung erlauben zudem aktuelle Forschungsergebnisse aus München. Diese deuten darauf hin, dass das Protein Brain-derived Tau (BD-tau) als Blutbiomarker geeignet sein könnte, den Verlauf eines Schlaganfalls rasch und unkompliziert zu überwachen – noch fern der Routine, aber mit potenziell großer klinischer Relevanz.

Eine interessante Lektüre und eine gute Restwoche wünscht Ihnen




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 

 
 
American Stroke Association veröffentlicht neue Leitlinie

American Stroke Association veröffentlicht neue Leitlinie

Die American Stroke Association (ASA) hat im Vorfeld der Internationalen Schlaganfallkonferenz 2026 ihre Leitlinie zur Schlaganfallbehandlung für Erwachsene erweitert und gibt erstmals Empfehlungen für die Behandlung von Schlaganfällen bei Kindern. Die aktualisierten Empfehlungen wurden im Fachjournal „Stroke“ veröffentlicht.

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Schlaganfall-Warnzeichen werden in der Schwangerschaft oft übersehen

Die Frühwarnzeichen eines Schlaganfalls werden bei Schwangeren und Postpartalen allzu oft übersehen, wie aktuelle Studiendaten aufzeigen. Die American Heart Association erarbeitete konsensbasierte Vorschläge für Diagnostik, Prävention und Akutbehandlung.

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Neuer Bluttest zeigt Ausmaß der Hirnschädigung nach Schlaganfall

Neuer Bluttest zeigt Ausmaß der Hirnschädigung nach Schlaganfall

Ein Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall – doch das Ausmaß der fortschreitenden Hirnschädigung lässt sich bislang nur eingeschränkt bildgebend erfassen. Forschende zeigen nun, dass der Blutmarker Brain-derived Tau (BD-tau) die Hirnschädigung nach einem ischämischen Schlaganfall über die Zeit abbilden kann. Die Arbeit wurde in „Science Translational Medicine“ veröffentlicht.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Analgesie durch Rettungssanitäter: Vergleich zwischen Ketamin und Morphin bei Trauma (PACKMaN): eine randomisierte, doppelblinde Phase-III-Studie.
Lancet Regional Health – Europe 2025;53:101265.

Inhalative Sedierung bei akutem Atemnotsyndrom: Die randomisierte klinische Studie SESAR.
JAMA 18.03.2025

Ischämische Fernkonditionierung und Überleben bei nichtherzchirurgischen Eingriffen: eine Meta-Analyse von randomisierten Studien.
Br J Anaesth 2025:S0007-0912(25)00144-8.

 
 

Hochdosiertes iNO bei bakterieller Pneumonie: Präklinische Evidenz und erste Sicherheitsdaten

Angesichts steigender Antibiotikaresistenzen werden händeringend therapeutische Alternativen mit antibakterieller Wirkung gesucht. Erste Versuche deuten auf hochdosiertes Stickstoffmonoxid (NO) als mögliche adjuvante Option zur Behandlung einer schweren Pseudomonas-aeruginosa-Pneumonie.

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Neuartiger Entzündungsmechanismus von Thrombozyten entdeckt

Neuartiger Entzündungsmechanismus von Thrombozyten entdeckt

Eine Studie der Universitätsmedizin Würzburg offenbart einen neuen Mechanismus, wie Thrombozyten die Entzündungsreaktion fördern. Beteiligt sind daran das Integrin αIIbβ3 und ein neuartiges Organell. Beide könnten Ausgangspunkt für neue Therapien sein.

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KURZMELDUNGEN:

Als eine von wenigen Kliniken in Deutschland erhielt die Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Universitätsklinikum Jena kürzlich die Auszeichnung „Schwerpunktversorgung Intensivmedizin“.
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Ein neuer Leitfaden gibt praxisnahe Empfehlungen zur Entwicklung und Implementierung von KI-Systemen in Kliniken.
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TERMINE:

BerlAir Berliner Beatmungs- und Weaning Kurs
13.–15. Februar 2026
Berlin

Westdeutsche Anästhesietage 2026
26.–28. Februar 2026
Bonn

2. Multidisziplinäres Perioperatives Symposium
8.–14. März
Going am Wilden Kaiser, Österreich

 
 

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