Ausgabe 19/2026

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Montag, 04. Mai 2026

Liebe Leserinnen und Leser,
die hochriskante Lungenembolie ist durch eine hämodynamische Instabilität mit hoher Mortalität gekennzeichnet. Besonders schwere Verläufe – auch als „katastrophale Lungenembolie“ bezeichnet – erfordern häufig eine mechanische Kreislaufunterstützung durch eine venoarterielle Extrakorporale Membranoxygenierung (VA-ECMO). Leitlinien empfehlen in diesen Situationen eine Kombination aus ECMO und frühzeitiger mechanischer Reperfusionstherapie (kathetergestützte Therapie oder chirurgische Embolektomie), doch der tatsächliche Zusatznutzen gegenüber einer alleinigen ECMO ist aufgrund begrenzter Daten unklar. In einer aktuellen Studie im „American Journal of Critical Care and Respiratory Medicine“ reduzierte die frühzeitige Reperfusionstherapie jedoch weder die 90-Tage-Mortalität noch die ECMO-Dauer signifikant. Nach Ansicht der Forscher sollte daher in einem schrittweisen und individualisierten Ansatz erwogen werden, die isolierte ECMO-Therapie einer routinemäßigen frühzeitigen mechanischen Reperfusion vorzuziehen.
Die Organspende nach Herz-Kreislauf-Stillstand ist in anderen europäischen Staaten wie der Schweiz oder Spanien längst etabliert – in Deutschland bleibt dieses Potenzial bislang ungenutzt. Aktuelle Modellrechnungen zeigen, dass durch die Einführung einer solchen Praxis auch hierzulande deutlich mehr Spenderorgane gewonnen werden könnten. Die Forscher hoffen, mit ihrer Studie die Debatte zum Thema Organspende – die bislang vor allem um das Thema Widerspruchslösung kreiste – zu erweitern.
Eine erkenntnisreiche Lektüre und einen guten Start in die Woche wünscht Ihnen




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 

 
 
VA-ECMO bei Hochrisiko-Lungenembolie: Kein klarer Überlebensvorteil durch frühe mechanische Reperfusion

VA-ECMO bei Hochrisiko-Lungenembolie: Kein klarer Überlebensvorteil durch frühe mechanische Reperfusion

Frühe mechanische Reperfusion unter venoarterieller ECMO – entscheidender Vorteil oder überschätzte Strategie? Neue Daten zeigen keinen klaren Überlebensgewinn, deuten aber auf einen Nutzen in Subgruppen hin.

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Organspende nach Herz-Kreislauf-Stillstand: Studie sieht zusätzliches Potenzial für Deutschland

Derzeit ist die Organspende nach dem irreversiblen Hirnfunktionsausfall die einzige rechtlich zulässige Form der Spende. Die Einführung der Organspende auch nach Herz-Kreislauf-Stillstand könnte Wartezeiten verkürzen und Transplantationszahlen steigern. Das zeigen Simulationen auf Basis europäischer Daten.

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Zahlen für 2025: Laienreanimationsquote stagniert

Zahlen für 2025: Laienreanimationsquote stagniert

Nach dem deutlichen Aufwärtstrend im Vorjahr zeigt sich bei der Quote der Ersthelfenden-Reanimation in Deutschland eine Stagnation. Gleichzeitig liefern die Daten des Deutschen Reanimationsregisters erstmals Zahlen für die Ersthelfenden-Alarmierung via Smartphone.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Vergleichende Auswirkungen der durchfluss- und volumenkontrollierten Ein-Lungen-Beatmung auf den Gasaustausch und die Mechanik des Atmungssystems in der Thoraxchirurgie: Eine randomisierte kontrollierte klinische Studie.
Eur J Anaesthesiol 2026;43(5):415–422.

Quantifizierung der Leistungsfähigkeit von Notfall-Operationssälen: eine systematische Übersicht über klinische Studien.
Br J Anaesth 2026;136(5):1546–1567.

Nichtinvasive Atemunterstützung und Intubationskriterien in randomisierten Studien zur akuten hypoxämischen Ateminsuffizienz: eine systematische Übersicht und Netzwerk-Metaanalyse.
Lancet Respir Med 2026:S2213-2600(26)00039-1.

 
 

Bündnis fordert bundesweit einheitliche Ersthelfenden-Alarmierung via Smartphone

Die Chance, einen außerklinischen Herz-Kreislauf-Stillstand zu überleben, ist hierzulande nur gering. Ersthelfer-Apps können diese zwar verbessern, werden bislang aber unzureichend umgesetzt. Der „Runde Tisch SbEA“ möchte das ändern.

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Teures Versprechen? Bundeskabinett beschließt Notfallreform

Teures Versprechen? Bundeskabinett beschließt Notfallreform

Das Ziel der Gesetzespläne zur Notfallreform von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken ist unter anderem eine strukturiertere, in Teilen digitalisierte und sektorenübergreifende Versorgung von Notfallpatienten. Kliniken und Niedergelassene bewerten die Pläne als Versprechungen, die überwiegend auf ihre Kosten gehen.

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KURZMELDUNGEN:

Das Bundeskabinett hat die Gesetzespläne von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) zur Stabilisierung der Kassenbeiträge auf den Weg gebracht, die Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und Pharmaherstellern vorsehen.
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DGAI und BDA wollen die Rolle der Anästhesiologie in der medizinischen Krisenbewältigung systematisch weiterentwickeln und konkrete Konzepte für eine belastbare, sektorenübergreifende Versorgung erarbeiten.
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TERMINE:

Kinderanästhesie Repetitorium 2026
13.–16. Mai 2026
Stimpfach-Rechenberg

25th International Conference on Emergency Medicine
9.–13. Juni 2026
Hamburg

52. Jahrestagung der Gesellschaft für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin
17.–19. Juni 2026
Mannheim

GTH HICC – Haemostasis in Critical Care 2026
19.–20. Juni 2026
Berlin

 
 

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