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Liebe Leserinnen und Leser,
ich begrüße Sie im neuen Jahr, in dem wir Sie wie gewohnt über spannende Neuigkeiten aus der Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin informieren – und ab sofort zusätzlich zweimal monatlich auch aus der Schmerzmedizin.
Den Auftakt machen zwei aktuelle Studien, die zwar noch im Jahr 2025 publiziert wurden, deren Ergebnisse jedoch auch zu Beginn von 2026 besondere Aufmerksamkeit verdienen. Sie lenken den Blick auf zentrale Aspekte der Organunterstützung: die differenzierte Gestaltung der Beatmung bei Ein-Lungen-Ventilation sowie einen neuen Ansatz zur Optimierung der kontinuierlichen Nierenersatztherapie bei kritisch kranken Patienten.
So verglich die PROTHOR-Studiengruppe unter Leitung eines Dresdner Forschungsteams einen hohen versus niedrigen PEEP – jeweils mit und ohne routinemäßige Rekrutierungsmanöver – bei thoraxchirurgischen Eingriffen mit Ein-Lungen-Ventilation. Hinsichtlich postoperativer pulmonaler Komplikationen innerhalb der ersten fünf Tage nach der Operation zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen den Strategien. Allerdings war ein höherer PEEP in Kombination mit Rekrutierungsmanövern mit einem verbesserten pulmonalen Gasaustausch assoziiert, während niedrigere PEEP-Werte mit einer größeren hämodynamischen Stabilität während der Narkose einhergingen. Die Ergebnisse unterstreichen, dass die Wahl des Beatmungskonzeptes individualisiert und unter Berücksichtigung patientenspezifischer Risiken erfolgen sollte – ein Aspekt, der vor dem Hintergrund zunehmend älterer und multimorbider Patientenkollektive weiter an Bedeutung gewinnt.
Parallel dazu liefern neue Daten aus Österreich Hinweise darauf, dass auch bei der kontinuierlichen Nierenersatztherapie Anpassungen im Detail klinisch relevant sein könnten. In einer monozentrischen Studie war der Einsatz einer weniger basischen Substitutionslösung mit 22 statt 30 Millimol Bicarbonat mit einer verbesserten metabolischen Kontrolle und Stabilität bei Intensivpatienten verbunden. Eine aktuell geplante multizentrische Studie soll nun klären, ob sich die beobachtete Tendenz zu einer geringeren Mortalität bestätigen lässt.
Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre und einen informativen Start ins neue Jahr.
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