Ausgabe 02/2026

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Montag, 05. Januar 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

ich begrüße Sie im neuen Jahr, in dem wir Sie wie gewohnt über spannende Neuigkeiten aus der Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin informieren – und ab sofort zusätzlich zweimal monatlich auch aus der Schmerzmedizin.
Den Auftakt machen zwei aktuelle Studien, die zwar noch im Jahr 2025 publiziert wurden, deren Ergebnisse jedoch auch zu Beginn von 2026 besondere Aufmerksamkeit verdienen. Sie lenken den Blick auf zentrale Aspekte der Organunterstützung: die differenzierte Gestaltung der Beatmung bei Ein-Lungen-Ventilation sowie einen neuen Ansatz zur Optimierung der kontinuierlichen Nierenersatztherapie bei kritisch kranken Patienten.
So verglich die PROTHOR-Studiengruppe unter Leitung eines Dresdner Forschungsteams einen hohen versus niedrigen PEEP – jeweils mit und ohne routinemäßige Rekrutierungsmanöver – bei thoraxchirurgischen Eingriffen mit Ein-Lungen-Ventilation. Hinsichtlich postoperativer pulmonaler Komplikationen innerhalb der ersten fünf Tage nach der Operation zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen den Strategien. Allerdings war ein höherer PEEP in Kombination mit Rekrutierungsmanövern mit einem verbesserten pulmonalen Gasaustausch assoziiert, während niedrigere PEEP-Werte mit einer größeren hämodynamischen Stabilität während der Narkose einhergingen. Die Ergebnisse unterstreichen, dass die Wahl des Beatmungskonzeptes individualisiert und unter Berücksichtigung patientenspezifischer Risiken erfolgen sollte – ein Aspekt, der vor dem Hintergrund zunehmend älterer und multimorbider Patientenkollektive weiter an Bedeutung gewinnt.
Parallel dazu liefern neue Daten aus Österreich Hinweise darauf, dass auch bei der kontinuierlichen Nierenersatztherapie Anpassungen im Detail klinisch relevant sein könnten. In einer monozentrischen Studie war der Einsatz einer weniger basischen Substitutionslösung mit 22 statt 30 Millimol Bicarbonat mit einer verbesserten metabolischen Kontrolle und Stabilität bei Intensivpatienten verbunden. Eine aktuell geplante multizentrische Studie soll nun klären, ob sich die beobachtete Tendenz zu einer geringeren Mortalität bestätigen lässt.
Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre und einen informativen Start ins neue Jahr.




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 

 
 
Beatmungsstrategien bei Ein-Lungen-Ventilation im Vergleich

Beatmungsstrategien bei Ein-Lungen-Ventilation im Vergleich

Bislang war unklar, wie sich verschiedene Beatmungsstrategien während einer Operation im Bereich der Lunge auf das Risiko möglicher Komplikationen auswirken. Die PROTHOR-Studie gibt nun Antworten zur Wahl des Beatmungskonzeptes während einer Ein-Lungen-Ventilation.

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Nierenersatztherapie: Neuartige Infusion könnte die Behandlung verbessern

Forscher der Medizinischen Universität Innsbruck (Österreich) haben eine Infusion mit geänderter Zusammensetzung getestet und konnten damit den Säure-Basen-Haushalt von Intensivpatienten besser stabilisieren.

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Das Comeback der Biphenomycine

Das Comeback der Biphenomycine

Die von Bakterien produzierten Biphenomycine haben ausgezeichnete antimikrobielle Eigenschaften. Jetzt haben Forschende die Biosynthese entschlüsselt und damit den Grundstein für die Entwicklung neuer Wirkstoffe gelegt.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Kohortenstudie: Die Implementierung eines strukturierten perioperativen Versorgungspakets für Hirngesundheit und dessen Wirksamkeit auf die Häufigkeit von postoperativem Delirium.
Eur J Anaesthesiol Intensive Care 2025;4():e0094.

Ein Vergleich zwischen dem McGrath-Videolaryngoskop und dem Macintosh-Laryngoskop für die Intubation unter Vollnarkose: eine Metaanalyse.
BMC Anesthesiol 20.12.2025

KI-gestützte chirurgische Bereitstellung von Blutkonserven: Überwindung realer Herausforderungen bei der prospektiven Validierung für eine sicherere und effizientere Blutvorbereitung.
NEJM AI 2025;2(12).

 
 

Netzwerk Evidenzbasierte Medizin: „Weniger, aber bessere systematische Reviews“

Systematische Reviews gelten als zentrale Basis evidenzbasierter Entscheidungen – doch Massenproduktion und oft mangelnde Qualität gefährden diesen Anspruch. Mitglieder des Netzwerks Evidenzbasierte Medizin (EbM-Netzwerk) fordern ein Umdenken.

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AWMF: „Leitlinien digitalisieren und besser in die Versorgung integrieren“

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Gute Leitlinien zu erstellen ist aufwändig und in der Praxis kommen sie oft nicht an. Die AWMF adressierte auf ihrer 35. Leitlinienkonferenz zwei Themen: Mitdenken der Versorgungsrealität und Digitalisierung von Leitlinien mittels Künstlicher Intelligenz (KI).

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KURZMELDUNGEN:

Einer der größten Medizinskandale der deutschen Nachkriegsgeschichte – der Conterganskandal – ist ab sofort Teil der neuen Dauerausstellung im Haus der Geschichte in Bonn.
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In einem Greifswalder Forschungsprojekt wird hochmoderne Mikroskopie mit Künstlicher Intelligenz kombiniert, um gerade in zeitkritischen Situationen wie bei einer Sepsis eine beschleunigte Infektionsdiagnostik ermöglichen zu können.
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Eine aktuelle repräsentative Befragung zeigt: Jüngere Generationen sind besser über das Thema Organspende informiert als ältere.
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TERMINE:

Forum Interdisziplinäre Intensivmedizin 2026
14.–16. Januar 2026
Berlin

Medizin 2026 Fachmesse für die Ärztliche Praxis
30. Januar – 1. Februar 2026
Stuttgart

ANIM 2026 – 40. Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin 43. Jahrestagung der DGNI und DSG
5.–7. Februar 2026
Dortmund

 
 

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