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Liebe Leserinnen und Leser aus der Anästhesiologie und Intensivmedizin,
in Deutschland versterben jährlich mindestens 85.000 Menschen an einer Sepsis. Schätzungen, die im Rahmen des Innovationsfond-Projektes OPTIMISE gemacht wurden, gehen sogar von rund 140.000 Sepsis-bedingten Todesfällen pro Jahr aus. Wer eine Sepsis überlebt, trägt außerdem ein hohes Risiko für Langzeitfolgen der Blutstrominfektion. Somit geht die Sepsis nicht nur mit einem erheblichen Leidensdruck für die Betroffenen und deren familiäres Umfeld einher, sondern auch mit immensen Kosten für das Gesundheitssystem.
Seit Jahren wird daher beispielsweise von der Sepsis-Stiftung – neben weiteren Maßnahmen – auf die Einführung von Qualitätssicherungsmaßnahmen in deutschen Krankenhäusern gepocht. Kurz vor Weihnachten machte nun der Gemeinsame Bundesausschusses (G-BA) einen Schritt in diese Richtung. Er beschloss die Grundlagen für das Messen und einrichtungsvergleichende Bewerten der relevanten Qualitätskriterien. Das neue Qualitätssicherungsverfahren, dessen Datenerhebung voraussichtlich im Januar 2026 starten wird, soll die Kliniken regelmäßig darüber in Kenntnis setzen, an welchen Punkten die internen Abläufe oder Strukturen optimiert werden müssen.
Eine individualisierte und gezielte Auswahl von Antibiotika zur Sepsis-Behandlung soll indes ein neues auf Künstlicher Intelligenz basierendes Modell ermöglich, das Wissenschaftler aus Koblenz und Bonn entwickelten. Die Forschungsgruppe präsentierte das Modell namens OptAB in dem zur „Nature“-Gruppe gehörenden Fachjournal „npj Digital Medicine“. Sie hoffen, dass es den Weg für eine neue Ära in der individualisierten Sepsis-Therapie ebnet.
Und auch die im Appell www.gesundheitsreform.jetzt – initiiert u.a. von der Sespsis-Stiftung sowie dem Aktionsbündnis Patientensicherheit – gestellte Forderung zur Einführung einer elektronischen Patientenakte (ePA) wird in diesem Jahr endlich umgesetzt. Diese sei „eine elementare Grundvoraussetzung für Qualitätssicherung, Prävention und Forschung und für das Erfassen belastbarer Zahlen zur Abschätzung der Krankheitslast“, heißt es in dem Appell. Kurz vor dem Start in den Modellregionen hob Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach in der vergangenen Woche die Vorzüge des von ihm vorangetriebenen Projektes der ePA hervor.
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