Ausgabe 29/2025

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Montag, 14. Juli 2025

Liebe Leserinnen und Leser aus der Anästhesiologie und Intensivmedizin,

das Auftreten eines Delirs bei intensivmedizinisch behandelten Patienten ist keine Seltenheit. Die Inzidenz wird von unterschiedlichen Faktoren – Patientencharakteristika, Medikation, Grund für den intensivstationären Aufenthalt, Umgebungsfaktoren – beeinflusst. Trotz einer wachsenden Zahl von Studien sind Häufigkeit und Auswirkungen des Delirs bei intensivpflichtigen Schlaganfallpatienten noch nicht vollständig charakterisiert – die Evidenzlage bleibt heterogen.

Ein zusätzliches Puzzlestück liefert nun eine monozentrische Kohortenstudie aus den USA. Unter 169 Schlaganfallpatienten einer neurowissenschaftlichen Intensivstation (NCCU) kam es bei fast jedem zweiten (44,4 %) zu einem Delir. Besonders anfällig waren Patienten mit intrazerebraler Blutung (60 %), während die Prävalenz bei Patienten mit akutem ischämischem Schlaganfall (38 %) oder aneurysmatischer Subarachnoidalblutung (32 %) geringer ausfiel. Wenig überraschend hatte ein Delir negative Konsequenzen für die Genesung der Patienten – es führte zu mehr Beatmungstagen, längeren Klinikaufenthalten und einem höheren Grad der Schlaganfall-bedingten Behinderung. Da es sich um eine eher kleine und monozentrische Studie handelt, sind die Ergebnisse mit Vorsicht zu interpretieren. Sie können jedoch einen Anhaltspunkt für Delir-Präventionsstragien und weitere Untersuchungen liefern.

Ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer Steigerung der Laienreanimationsrate ist getan. In der letzten Woche wurde in Nordrhein-Westfalen die Einführung eines verpflichtenden Reanimationsunterrichts ab dem Schuljahr 2026/27 beschlossen. Die Pläne sehen vor, dass alle Schülerinnen und Schüler in den Klassen 7, 8 oder 9 mindestens einmal eine 90-minütige Schulung zum Schema „Prüfen – Rufen – Drücken“ erhalten. Unterstützt wird das Vorhaben von einer Vielzahl an Projektpartnern. Damit ist NRW nach Hessen (Pilotphase in 2023/24, die in den nächsten Jahren flächendeckend ausgerollt werden soll) und Niedersachsen (Reanimationsschulungen ab 2026) das dritte deutsche Bundesland, in dem Wiederbelebungsmaßnahmen verpflichtend im Lehrplan integriert werden.

Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 

 
 
Delir bei Intensivpatienten nach Schlaganfall häufig

Delir bei Intensivpatienten nach Schlaganfall häufig

In einer monozentrischen Kohortenstudie aus den USA wiesen 44 Prozent der intensivmedizinisch behandelten Patienten nach einem kürzlich erlittenen Schlaganfall ein Delir auf. Am höchsten waren die Inzidenzraten bei Patienten mit intrazerebraler Blutung.

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Invasive Mykosen bei Intensivpatienten?

AmBisome® hat sich über Jahrzehnte in der Therapie von Candidosen, Aspergillosen und Mukormykosen bei hämatologischen Patienten bewährt und wird von der AGIHO mit einer 3-fachen A-Empfehlung bewertet (Ruhnke M et al. Mycoses 2020). Deshalb: Stark starten mit AmBisome®.

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NRW: Reanimationsunterricht an Schulen wird verpflichtend

Ab dem Schuljahr 2026/27 wird Reanimationsunterricht für alle Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I in Nordrhein-Westfalen verpflichtend eingeführt. Ziel ist es, junge Menschen frühzeitig mit den Grundlagen der Wiederbelebung vertraut zu machen.

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Spannungspneumothorax per Roboter aus der Ferne entlasten

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Forschende der Technische Universität München (TUM) haben ein medizinisches Robotersystem entwickelt, das Leben retten kann. Es entlastet Verletzte mit lebensbedrohlichem Spannungspneumothorax im Brustraum. 

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Frühzeitige Tirofiban-Infusion nach intravenöser Thrombolyse bei Schlaganfall.
N Engl J Med 03.07.2025.

Ein entscheidungsanalytisches Modell zur Bewertung der Kosteneffizienz der regionalen Einführung einer mobilen Schlaganfallstation.
Neurology 07.08.2025.

Ein Vorhersagemodell für das Sepsisrisiko bei Patienten mit nicht-traumatischer Hirnblutung auf Basis der MIMIC-IV-Datenbank.
Sci Rep 2025;15(1):24765.

 
 

Ultraschallgesteuerte Regionalanästhesie: Neuer Katheter soll Betäubung sicherer und präziser machen

Für eine gelungene Regionalanästhesie ist die präzise Platzierung des Katheters entscheidend. Ein im Ultraschall sichtbarer Katheterschlauch soll dies bald einfacher und sicherer ermöglichen.

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Fortschritt in der künstlichen Blutproduktion

Fortschritt in der künstlichen Blutproduktion

Bereits seit einigen Jahrzehnten arbeiten Wissenschaftler an der künstlichen Herstellung von Blut. Mit einer neuen Entdeckung sind Forschende der Universität Konstanz und der Queen Mary University of London dem Ziel nun einen wichtigen Schritt nähergekommen.

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KURZMELDUNGEN:

Einem Bericht des UN-Umweltprogramms zufolge sind die jährlichen hitzebedingten Todesfälle unter älteren Menschen seit den 1990er-Jahren um schätzungsweise 85 Prozent gestiegen.
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Eine vom Bundestag eingesetzt Enquete-Kommission soll Lehren aus den Maßnahmen während der Corona-Pandemie ziehen.
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Unionsfraktionschef Spahn steht wegen umstrittener Maskenkäufe in seiner früheren Ministerzeit unter Druck. Vom Kanzler bekommt er Rückendeckung. Der Koalitionspartner hat noch Klärungsbedarf.
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TERMINE:

Deutscher Schlaganfallkonress 2025
4.–6. September 2025
Berlin

54. Bayerische Anästhesietage
10.–11. Oktober 2025
München

17th World Stroke Congress
22.–24. Oktober 2025
Barcelona, Spanien

 
 

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