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Liebe Leserinnen und Leser aus der Anästhesiologie und Intensivmedizin,
eine Studie der Philipps-Universität Marburg hat sich mit der Rolle von Glukokortikoiden bei der Behandlung von akutem Nierenversagen im Rahmen einer schweren COVID-19-Erkrankung beschäftigt. Die Forschenden um Prof. Thomas Worzfeld haben herausgefunden, dass das Stresshormon Cortisol die Funktion von Tubulusepithelzellen beeinträchtigen kann – Zellen, die entscheidend für die Regeneration der Nieren sind. Durch die Verabreichung des klinisch weit verbreiteten synthetischen Glukokortikoids Dexamethason wird die schädliche Wirkung von Cortisol auf geschädigte Tubulusepithelzellen offenbar noch verstärkt. Daher sollten Worzfeld zufolge Medikamente aus der Gruppe der Glukokortikoide bei akutem Nierenversagen mit Augenmaß eingesetzt werden.
Eine aktuelle Untersuchung aus Schottland beleuchtet, wie längere Wartezeiten in der Notaufnahme das Sterberisiko von Patienten mit Hüftfrakturen beeinflussen. Die Ergebnisse sind wenig überraschend: Eine längere Wartezeit ging in der monozentrischen Studie mit einem erhöhten Sterberisiko und einem längeren Krankenhausaufenthalt einher. Sie verdeutlichen aber, wie wichtig eine funktionierende Notfallversorgung ist.
Ein Thema, dem sich in Deutschland Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach widmet. Sein Gesetzentwurf zur Reform der Notfallversorgung wurde letzte Woche im Parlament in erster Lesung beraten. Kritiker betonen insbesondere, dass das Reformvorhaben besser mit der Krankenhausreform abgestimmt werden müsste, um Doppelstrukturen, Personalengpässe und ineffiziente Abläufe zu vermeiden. Zudem wird die unzureichende Einbindung des Rettungsdienstes kritisiert, dessen Rolle als zentrale Säule der Notfallversorgung gestärkt und klarer definiert werden sollte.
Eine informative Lektüre und einen guten Start in die Woche wünscht Ihnen,
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