|
Liebe Leserinnen und Leser,
übergewichtige Menschen haben ein höheres Risiko, aufgrund einer schweren Infektion ins Krankenhaus eingewiesen zu werden oder daran zu versterben als Normalgewichtige. Für den erfahrenen Kliniker mag diese Erkenntnis nicht überraschend sein – deckt sie sich doch mit Beobachtungen aus dem Alltag. So hatte sich bereits in der Coronapandemie gezeigt, dass Adipositas ein Risikofaktor für einen schweren COVID-19-Verlauf darstellt. Ein solcher Zusammenhang konnte nun auch für verschiedene andere Infektionskrankheiten belegt werden. Umso dringlicher erscheint es, wirksame Strategien gegen die weiterhin steigenden Adipositasraten zu entwickeln.
Wie weit moderne Intensivmedizin heute gehen kann, zeigt ein außergewöhnlicher Fall aus den USA: Ein 33-jähriger US-Amerikaner überlebte nach einer Influenza-B-Infektion eine fulminante Sepsis – zeitweise völlig ohne Lunge. Nach beidseitiger Pneumonektomie zur Eliminierung des Infektionsherdes wurde er 48 Stunden lang über ein Total-Artificial-Lung-System stabilisiert, bevor eine Transplantation möglich war. Welche Schlussfolgerungen die behandelnden Ärzte aus diesem außergewöhnlichen Fall ziehen, lesen Sie im entsprechenden Beitrag.
Ebenfalls Schlagzeilen – jedoch im negativen Sinne – machte in der vergangenen Woche der Fall eines zweijährigen Jungen aus Neapel, der auf ein Spenderherz gewartet hatte. Zwar wurde ein solches gefunden, jedoch versehentlich auf Trockeneis anstatt normalem Eis zu seinem Empfänger transportiert. Die entstandenen Schäden waren irreparabel – dennoch wurde das buchstäblich „erfrorene“ Herz transplantiert. Nun ist man auf der Suche nach einem neuen Spenderherz. Der Vorfall verdeutlicht eindrücklich die Bedeutung standardisierter Abläufe.
Ich hoffe, Sie kommen infektfrei durch die närrischen Tage, in denen sich bekanntermaßen auch die Notaufnahmen füllen.
Eine jecke Karnevalszeit wünscht Ihnen aus dem Rheinland
|