|
Liebe Leserinnen und Leser aus der Anästhesiologie und Intensivmedizin,
seit Jahren setzen sich anästhesiologische Fachverbände dafür ein, die Mortalitätsrate durch plötzliche Herz-Kreislauf-Stillstände in Deutschland zu senken, beispielsweise durch Schulungen zur Laienreanimation. In ersten Bundesländern wurde bereits die Einführung eines verpflichtenden Wiederbelebungsunterricht in Schulen beschlossen. Jedoch fehle es an einer flächendeckenden Initiative, um die Zahl der Todesfälle durch plötzlichen Herzstillstand systematisch zu senken, wie Prof. Jan-Thorsten Gräsner, Sprecher des Organisationskomitees des Deutschen Reanimationsregisters, betont. Politischer Handlungsdruck soll nun durch die Offenlegung der volkswirtschaftlichen Kosten aufgebaut werden, die durch Herz-Kreislauf-Stillstände entstehen: Einer aktuellen Berechnung zufolge belaufen diese sich auf 35 Milliarden Euro pro Jahr. Ob sich damit – wie erhofft – ein politisches Umdenken anstoßen lässt, bleibt abzuwarten.
In der letzten Woche gab es aber auch erfreuliche Nachrichten: Eine aktuelle Auswertung der Daten des Statistischen Bundesamtes aus den Jahren 2017 bis 2022 belegt, dass es mit Blick auf den Zugang zu akuter Schlaganfalltherapie in Deutschland keine Benachteiligung von Frauen gibt. Kommt es unter der Einnahme von Faktor-Xa-Hemmern zu einem hämorrhagischen Schlaganfall, eignet sich Andexanet alfa als ein Gegenmittel, dass die Größenzunahme der Blutung im klinischen Alltag begrenzen kann, wie die neue Beobachtungsstudie ASTRO-DE unter Beweis stellt. Und: An der Berliner Charité ist es gelungen, die jährlichen CO2-Emissionen durch Narkosegase seit 2018 um 80 Prozent zu senken.
Viel Freude bei der Lektüre wünscht Ihnen,
|