Ausgabe 4/2026

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Montag, 19. Januar 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

mit fortschreitendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit für ein Delir in unterschiedlichen Settings beträchtlich an. Laut der neuen S3-Leitlinie Delir im höheren Lebensalter liegt sie ambulant bei zwei Prozent, stationär bei etwa 20 Prozent, postoperativ bei zehn bis 40 Prozent und auf Intensiv- und Palliativstationen sind bis zu 80 Prozent der Patienten betroffen. Da sich die Prognose durch ein Delir erheblich verschlechtert, sind Prävention, Diagnostik und Therapie von hoher Bedeutung für die Versorgung älterer Menschen.
Hier können die evidenzbasierten Empfehlungen der von den Deutschen Gesellschaften für Geriatrie (DGG) und Gerontopsychiatrie und -psychotherapie (DGGPP) koordinierten S3-Leitlinie Orientierungshilfe geben. Unter Beteiligung anästhesiologischer und intensivmedizinischer Fachgesellschaften bietet diese auch Handreichungen mit Blick auf das akutstationäre und perioperative Setting. Hervorgehoben wird beispielsweise, Risikofaktoren möglichst frühzeitig zu erfassen. Ergänzt wird das Ganze um ein pragmatisches Delirscreening zeitnah nach Krankenhausaufnahme, aber auch vor und nach operativen Eingriffen sowie in regelmäßigen Abständen während eines akutstationären Aufenthaltes. Weitere Details erfahren Sie im Beitrag sowie direkt in der Leitlinie.
Seit Jahren wird mit Blick auf die hierzulande dauerhaft mangelnden Spenderorgane das Für und Wider der Widerspruchslösung diskutiert. Daran vermögen auch die jüngst bekannt gewordenen Zahlen aus 2025 nichts zu ändern, wonach mit einem Plus von 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sogar der höchste Stand an Organspenden seit 2012 erreicht wurde. Denn es bleibt festzuhalten: Die Zahl der Spenderorgane reicht weiterhin nicht aus, um allen Patienten auf den Wartelisten eine Transplantation zu ermöglichen. Angesichts dessen meldete sich nun auch die Deutsche Transplantationsgesellschaft zu Wort. Ihrer Ansicht nach ist die Widerspruchslösung ein „wichtiger Puzzlestein“, um die Organspende in Deutschland zu verbessern.
 
Viel Spaß bei der Lektüre wünscht




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 

 
 
Neue S3-Leitlinie zu Delir im höheren Lebensalter veröffentlicht

Neue S3-Leitlinie zu Delir im höheren Lebensalter veröffentlicht

Die neue S3-Leitlinie zu Delir im höheren Lebensalter ist seit heute bei der AWMF publiziert. Sie enthält Informationen zu Prävention, Diagnostik und Therapie.

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Organspenden in 2025: Höchster Stand seit 2012

Mit einer moderaten Steigerung um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreicht die Organspende in Deutschland im Jahr 2025 den höchsten Stand seit dem Jahr 2012.

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Transplantationsmediziner zur Widerspruchslösung: Ist es ethisch, eine Versorgungslücke offen zu lassen?

Transplantationsmediziner zur Widerspruchslösung: Ist es ethisch, eine Versorgungslücke offen zu lassen?

Angesichts leicht gestiegener Organspendezahlen betont die Deutsche Transplantationsgesellschaft (DTG) den weiterhin ungedeckten Bedarf an transplantablen Organen für schwer kranke Menschen. „Warum tun wir uns in Deutschland so schwer mit der Widerspruchslösung?“, fragt die DTG in einer aktuellen Aussendung.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Zusammenhang zwischen medikamenteninduzierter tiefer Sedierung und emotionaler Belastung während der mechanischen Beatmung mit dem Verlust der Selbstständigkeit im Alltag: eine Beobachtungskohortenstudie.
Lancet Respir Med 2026;14(1):49-59.

Blutbiomarker zur Vorhersage des Behandlungsergebnisses nach Herzstillstand: eine internationale prospektive Beobachtungsstudie im Rahmen der Studie „Targeted Hypothermia versus Normothermia after Out-of-Hospital Cardiac Arrest” (TTM2).
Lancet Respir Med 2025 Dec 11:S2213-2600(25)00363-7.

Intrathekales Morphium zur schnelleren Erholung nach laparoskopischer Kolorekatalchirurgie: Randomisierte klinische Studie.
JAMA Surg 23.12.2025

 
 

Studie klärt Neurotoxität von Sevofluran auf

Das Inhalationsanästhetikum Sevofluran beeinträchtigt die Neurogenese und die kognitiven Funktionen. Die Ursache hierfür haben chinesische Wissenschaftler nun an neugeborenen Ratten identifiziert: Das Narkosemittel hemmt die Fettsäure-β-Oxidation in neuralen Stamm-/Vorläuferzellen.

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Schwerverletzte haben am UKL überdurchschnittlich gute Überlebensprognose

Schwerverletzte haben am UKL überdurchschnittlich gute Überlebensprognose

Beim Standard der Versorgung und Behandlung Schwerverletzter Patienten zählt das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) zur bundesweiten Spitze. Dies geht aus dem TraumaRegister (TR) DGU® 2025 hervor, wie das Klinikum mitteilt.

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KURZMELDUNGEN:

Wer in Schleswig-Holstein mit Rückenschmerzen den Notruf wählt, muss künftig warten – akute Notfälle werden priorisiert.
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Rheinland-Pfalz hat die Luftrettung ausgeweitet, sodass dort einer von fünf Rettungshubschraubern jetzt auch nachts fliegt.
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Nach dem Tod eines vierjährigen Mädchens in einer Zahnarztpraxis im hessischen Hochtaunuskreis muss das Verfahren gegen den damaligen Narkosearzt neu verhandelt werden.
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TERMINE:

Aschaffenburger Airwaykurs mit invasiven Notfallmaßnahmen
31.01.2026
Aschaffenburg

36. Symposium Intensivmedizin + Intensivpflege
11.02.–13.02.2026
Bremen

4th ERS Respiratory Failure and Mechanical Ventilation Conference
12.02.–14.02.2026
Rotterdam, Niederlande

 
 

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