Ausgabe 17/2026

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Montag, 20. April 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

wenn Patientinnen und Patienten auf der Intensivstation ihren Willen nicht mehr selbst äußern können, wird die Verantwortung auf ihre Angehörigen übertragen. Studien zeigen jedoch, dass selbst engste Bezugspersonen Behandlungswünsche nicht selten falsch einschätzen. Gleichzeitig stoßen auch Patientenverfügungen im klinischen Alltag an Grenzen: Sie sind oft zu unkonkret oder passen nicht zur aktuellen Situation. Für Medizinerinnen und Mediziner entsteht daraus ein Spannungsfeld zwischen medizinischer Indikation, rechtlicher Sicherheit und dem Anspruch, den tatsächlichen Patientenwillen zu respektieren.

Im heutigen Top-Beitrag lesen Sie, warum die Einschätzung durch Angehörige so fehleranfällig ist und welche Faktoren die Entscheidungsfindung beeinflussen. Im Fokus steht zudem, wie strukturierte Kommunikation und das Konzept des Advance Care Planning dazu beitragen können, Unsicherheiten zu reduzieren, Therapieentscheidungen stärker am individuellen Willen auszurichten und eine Überversorgung zu vermeiden, die auch weiterhin ein relevantes Thema in der Intensivmedizin darstellt.

Von der Über- zur Unterversorgung: Blutplasma ist in der Notfall- und Intensivmedizin unverzichtbar – doch seine Verfügbarkeit bleibt limitiert, insbesondere bei unbekannter Blutgruppe. Ein neu zugelassenes Verfahren könnte diese Herausforderung grundlegend verändern: Forschenden aus Greifswald gelang es, Antikörper gezielt aus dem Plasma zu entfernen und so ein universell einsetzbares Produkt herzustellen.

Eine erkenntnisreiche Lektüre und einen guten Start in die Woche wünscht Ihnen




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 

 
 
Intensivstation: Wie Angehörige den Patientenwillen einschätzen

Intensivstation: Wie Angehörige den Patientenwillen einschätzen

Die Behandlungswünsche von Patienten auf der Intensivstation werden von deren engsten Angehörigen teilweise falsch eingeschätzt. Auch die Patientenverfügung hilft nicht immer weiter. Ein spezielles Konzept zur Vorausplanung könnte helfen.

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Neues Verfahren zur Herstellung universellen Blutplasmas zugelassen

Ein Greifswalder Forschungsteam hat ein neues Verfahren zur Herstellung universell einsetzbaren Blutplasmas entwickelt. Das Paul-Ehrlich-Institut hat das Verfahren nun zugelassen. Perspektivisch werden damit Engpässe in der Versorgung mit Blutplasma vermieden.

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Kinderintensivstation: Mittels Humangenetik seltenen Erkrankungen auf der Spur

Kinderintensivstation: Mittels Humangenetik seltenen Erkrankungen auf der Spur

Schneller zur Diagnose, gezielter zur Therapie: Mit dem Projekt AI-LIGHTS will ein interdisziplinäres Team der Medizinische Hochschule Hannover die genetische Diagnostik bei schwerkranken Neugeborenen und Kindern revolutionieren.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Vergleich zwischen ultraschallgesteuertem Erector-Spinae-Plane-Block und Transversus-Abdominis-Plane-Block zur postoperativen Schmerzbehandlung nach laparoskopischer Hysterektomie: eine prospektive, randomisierte klinische Nichtunterlegenheitsstudie.
BMC Anesthesiol 02.04.2026

Das Apolipoprotein-E-Mimetikum CN-105 und postoperatives Delir bei älteren Patienten: Die randomisierte klinische Phase-II-Studie MARBLE.
JAMA Netw Open 2026;9;(4):e262289.

Nichtmedikamentöse perioperative Maßnahmen zur Verringerung postoperativer Lungenkomplikationen nach abdominalen Operationen: Systematische Übersicht und Metaanalyse.
BMJ 2026;393:e089001,

 
 

Machtmissbrauch und sexuelle Belästigung im Klinikalltag

Machtmissbrauch und sexuelle Belästigung sind ein relevantes Problem im Klinikalltag. Das zeigt eine bundesweite Mitgliederbefragung des Marburger Bundes, die Häufigkeit, Formen und Auswirkungen im ärztlichen Arbeitsalltag dokumentiert.

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Weltweit erste Resuscitation Academy für den Klinikbereich startet in Deutschland

Weltweit erste Resuscitation Academy für den Klinikbereich startet in Deutschland

Jährlich kommt es in deutschen Kliniken zu zehntausenden Herz-Kreislauf-Stillständen – mit bislang geringen Überlebenschancen. Das neue iRAD-Programm soll Abläufe verbessern und die Versorgung nachhaltig stärken.

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KURZMELDUNGEN:

Die Ausgaben der Krankenkassen sollen sinken, damit die Beiträge nicht weiter steigen. Nun legte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken konkrete Punkte vor. Neben den Gesundheitsanbietern betreffen sie auch die Versicherten.
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Wie können Krankenhäuser Künstliche Intelligenz so einsetzen, dass sie medizinisches Personal nachhaltig entlastet, die Versorgungsqualität verbessert und gleichzeitig regulatorischen Anforderungen gerecht wird? Antworten liefert ein neues Whitepaper.
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Die Behandlung Vancomycin-resistenten Enterokokken ist besonders schwierig. Ein deutsches Forschungsteam arbeitet an der Entwicklung eines Schnelltests zur Erfassung der Resistenzmechanismen.
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TERMINE:

Advanced Vascular Conference 2026
27.–29. April 2026
Frankfurt a. M.

130. Deutscher Ärztetag
12.–15. Mai 2026
Hannover

Kinderanästhesie Repetitorium 2026
13.–16. Mai 2026
Stimpfach-Rechenberg

25th International Conference on Emergency Medicine
9.–13. Juni 2026
Hamburg

52. Jahrestagung der Gesellschaft für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin
17.–19. Juni 2026
Mannheim

 
 

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