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Liebe Leserinnen und Leser,
wird ein Patient mit Hüftfraktur ins Krankenhaus eingeliefert, ist seine operative Versorgung innerhalb von 24 Stunden zu gewährleisten, sofern keine medizinischen Gründe dagegensprechen. Das sieht die „Richtlinie zur Versorgung der hüftgelenknahen Femurfraktur“ des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) vor, um die Komplikationsrate und Mortalität der Patienten zu senken. Längst nicht immer lassen sich diese 24 Stunden jedoch erreichen. Bei den Betroffenen handelt es sich oftmals um Patienten fortgeschrittenen Alters mit einer Reihe von Begleiterkrankungen, bei denen präoperativ mitunter einige Untersuchungen vorgenommen werden müssen, bevor sie zur OP zugelassen werden.
Einer US-amerikanischen Untersuchung zufolge ist es aber möglich, diesen Prozess zu beschleunigen, wenn er von Anästhesisten anstatt wie üblich von Orthopäden/Unfallchirurgen oder Internisten der Notaufnahme geleitet wird. „Anästhesisten sind speziell dafür ausgebildet, schnell alle Zustände zu erfassen, die vor der Operation behandelt werden müssen, und diejenigen zu erkennen, die bis nach dem Eingriff warten können“, erklärt der leitende Studienautor. Die Forscher entwickelten einen Anästhesisten-geleiteten Prozess, den sie mit dem traditionellen Ansatz verglichen. Im Ergebnis gelangten die Patienten der Anästhesisten-geführten Gruppe durchschnittlich fünf Stunden schneller in den OP (nach 26 versus 31 Stunden). Zudem hatten sie deutlich weniger Komplikationen als die Patienten in der traditionellen Gruppe, ohne Anstieg der Aufenthaltsdauer oder Mortalität.
Auch in Deutschland könnte ein solcher Ansatz neue Impulse geben. Zwar ist die unfallchirurgische Leitung des präoperativen Prozesses hierzulande fest etabliert, doch zeigen die Erfahrungen aus den USA, dass eine engere Einbindung der Anästhesie – insbesondere bei der präoperativen Risikoeinschätzung und Optimierung – dazu beitragen könnte, die in der G-BA-Richtlinie geforderte 24-Stunden-Frist häufiger einzuhalten. Interdisziplinäre Modelle, wie sie etwa in zertifizierten Alterstraumazentren bereits umgesetzt werden, könnten so weiterentwickelt werden, um die Versorgung älterer Frakturpatienten noch effizienter und sicherer zu gestalten.
Eine interessante Lektüre und eine gute Woche wünscht Ihnen
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