Ausgabe 39/2025

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Montag, 22. September 2025

Liebe Leserinnen und Leser,

im heutigen Newsletter begeben wir uns etwas abseits der klassisch medizinisch-wissenschaftlichen Themen und widmen uns einem gesellschaftlichen Aspekt: Den Herausforderungen, denen Frauen als Medizinerinnen begegnen.

Dass es Ärztinnen auf der Karriereleiter deutlich schwerer haben als ihre männlichen Kollegen, zeigt eine Erhebung der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Dieser zufolge sind wir auch im Jahr 2025 noch weit entfernt von einer Parität bei Führungspositionen in medizinischen Fachgesellschaften. Während der Anteil der Medizinstudentinnen seit Jahren bei etwa 60 Prozent liegt, ist derzeit nur rund ein Drittel der Vorstandsmitglieder von 183 AWMF-Fachgesellschaften weiblich. Eine Präsidentin hat sogar nur etwa ein Viertel. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei akademischen Führungspositionen in Kliniken und Editorial Boards, aber auch bei internationalen Fachgesellschaften und der Repräsentation auf Fachtagungen, wie die Autoren der aktuellen DIVI-Studie aufzeigen. Neben der noch immer vorherrschenden traditionellen Rollenverteilung hinsichtlich familiärer Verpflichtungen werden männerdominierte Hierarchien und Netzwerke als Gründe genannt, die Frauen den Aufstieg erschweren.

Unterfüttert wird das Ganze von einer aktuellen Umfrage des Marburger Bundes, an der rund 500 Ärztinnen und Ärzte aus Hamburger Kliniken teilnahmen. Die Befragten beklagten eine mangelnde Vielfalt in Führungspositionen und starre, machtzentrierte Hierarchien, die einen Nährboden für Machtmissbrauch schaffen. Misogyne, sexistische, aber auch homophobe und rassistische Kommentare gehören demnach zum Alltag vieler Ärztinnen und Ärzte. Das Besetzungsverfahren für ärztliche Führungspositionen in ihrer Klinik bemängelte rund die Hälfte als intransparent und kaum an objektiven Kriterien orientiert.

Wenigstens einen kleinen Lichtblick gibt es jedoch: Sexuelles Fehlverhalten bleibt in der wissenschaftlichen Community offenbar nicht folgenlos. Forschungsarbeiten mutmaßlicher Täter werden nach dem Bekanntwerden von Anschuldigungen sexuellen Fehlverhaltens seltener zitiert, Beschuldigte publizieren seltener, kooperieren weniger mit anderen und verlassen die akademische Forschung mit größerer Wahrscheinlichkeit. Das zeigt eine aktuelle Studie von Forschenden aus München. Aber auch hier wird deutlich: Männer halten zusammen – denn der Effekt fiel in stärker männlich dominierten Disziplinen schwächer aus.

Die Forderung der DIVI nach einem „tiefgreifenden Kulturwandel“ ist also mehr als berechtigt. Wie dieser Wandel aussehen könnte – und welche ersten Schritte es bereits gibt – erfahren Sie im heutigen Top-Beitrag.




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 

 
 
Führende Frauen in medizinischen Fachgesellschaften Fehlanzeige

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Frauen sind in den Führungsgremien medizinischer Fachgesellschaften trotz ihres wachsenden Anteils im Beruf weiterhin deutlich unterrepräsentiert. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI).

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Ärzte beklagen Machtmissbrauch und Sexismus im Klinik-Alltag

Die Medizin hat ein Führungsproblem – das zeigt eine Mitgliederbefragung des Marburger Bundes Hamburg, deren Ergebnisse im Rahmen einer Podiumsdiskussion vorgestellt wurden. An der Umfrage zu Machtstrukturen und Führungskultur in Hamburger Kliniken hatten rund 500 Ärztinnen und Ärzte teilgenommen.

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Sanktioniert die wissenschaftliche Gemeinschaft sexuelles Fehlverhalten?

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Wissenschaftliches Fehlverhalten oder gar Betrug schaden der Reputation von Forschenden. Aber wie wirken sich Verstöße aus, die nicht die Forschungsintegrität betreffen? Eine aktuelle Studie hat sexuelles Fehlverhalten im Fokus.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Kommunikation der Ergebnisse einer Studie zur Intensivmedizin – Eine Umfrage unter Teilnehmern und Familienangehörigen.
NEJM Evid 2025 Sep 17:EVIDoa2500056.

Gabapentin zur Schmerzbehandlung nach größeren Operationen: Die placebokontrollierte, doppelblinde, randomisierte klinische Studie GAP.
Anesthesiology 2025;143(4):851–861.

S1-Leitlinie: Gefäßzugänge bei der Erstversorgung von erwachsenen Notfallpatienten im Schockraum.
Anästh Intensivmed 2025;66:340–344.

 
 

Fulminante Myokarditis: Kranke Herzmuskeln bestmöglich erkennen und behandeln

Eine multizentrische Studie liefert neue Erkenntnisse zum Krankheitsverlauf, zur Prognoseabschätzung und zu den Risikofaktoren einer schweren Myokarditis. Die Ergebnisse wurden nun im „European Heart Journal“ veröffentlicht.

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Künstliche Intelligenz sagt Risiko von mehr als 1000 Erkrankungen vorher

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Während ChatGPT darauf trainiert wurde, Textbausteine vorherzusagen, kann ein neues GPT-Modell offenbar das Risiko für eine Vielzahl von Krankheiten Jahre im Voraus abschätzen. Kommt jetzt „HealthGPT“?

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KURZMELDUNGEN:

DGAI und BDA haben ihre Forderungen für eine krisenfeste Notfall- und intensivmedizinische Versorgung vorgestellt.
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Hohe Blutzuckerspiegel erhöhen das Operationsrisiko. Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie rät daher, vor OPs weit häufiger als bisher den Glukosespiegel zu bestimmen.
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Die Erderwärmung hat einer aktuellen Schätzung britischer Forscher zufolge in diesem Sommer in europäischen Städten zu rund 16.500 zusätzlichen Hitzetoten geführt.
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TERMINE:

Anästhesietage Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen
26.–27. September 2025
Leipzig

DVMD-Fokus: Daten für Taten – Schwerpunkt Dashboard und Analysen
7. Oktober 2025
online

BerlAir Berliner Beatmungs- und Weaning Kurs
10.–12. Oktober 2025
Berlin

17th World Stroke Congress
22.–24. Oktober 2025
Barcelona, Spanien

 
 

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