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Liebe Leserinnen und Leser aus der Anästhesiologie und Intensivmedizin,
die Frage, wie der Einsatz von Fremdblut bei operativen Eingriffen verantwortungsvoll reduziert werden kann, beschäftigt die Anästhesiologie seit Langem. Zu den fremdblutsparenden Maßnahmen gehört unter anderem die akute normovolämische Hämodilution (ANH). Ob diese tatsächlich den Bedarf an Bluttransfusionen bei Herzoperationen reduziert, war bislang unklar. Eine kürzlich vorgestellte, groß angelegte internationale Studie bescheinigt der Methode allerdings keine Vorteile im Vergleich zur Standardbehandlung – weder im Hinblick auf die Einsparung von Fremdblut, noch auf die klinischen Ergebnisse der Patienten. Weshalb einer der Co-Autoren dennoch an der ANH festhält, lesen Sie in der heutigen Top-Meldung.
Eine ebenfalls ungeklärte Forschungsfrage ist, ob die Ringerlösung für die routinemäßige intravenöse Verabreichung von Flüssigkeiten klinisch besser geeignet ist als die normale Kochsalzlösung. Die jüngst im „New England Journal of Medicine“ publizierte FLUID-Studie fand keinen klaren Favoriten unter den Infusionslösungen – dafür aber einen vielversprechenden Weg, wie sich Standardbehandlungen effizient vergleichen lassen: mit einem innovativen Studiendesign, das ganze Kliniken statt einzelner Patienten randomisiert. Die Studienkosten ließen sich damit außerdem drastisch reduzieren: den Forschern zufolge von rund 1000 auf zehn Dollar pro Patient.
Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre,
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