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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Gastroenterologie,
die Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung zu fast 350 Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs wecken Hoffnungen, was die Behandlung dieser Erkrankung angeht: Offenbar profitieren Patienten, die vor einer neoadjuvanten Chemotherapie eine Antibiose erhalten haben, davon mit einem längeren Überleben. Die Behandlung mit Antibiotika war in der Studie meist wegen postoperativer Infektionen erforderlich gewesen.
Bakterien im Tumorgewebe, die die Wirksamkeit einer Chemotherapie einschränken, würden durch Antibiotika unterdrückt, wodurch die Behandlung besser greifen könne, erklärt die Arbeitsgruppe aus Österreich. Sie misst den Studienergebnissen „relevante klinische Bedeutung“ bei: Die Antibiose-Strategie lasse sich leicht umsetzen und könne zudem auch bei anderen Tumoren mit hoher Bakterienlast funktionieren.
Wir wechseln vom Pankreas in den Darm: Anhand von Daten aus mehreren großen Langzeitstudien haben US-Forscher einen Zusammenhang zwischen wenig günstigen Lebensgewohnheiten – vor allem in Bezug auf die Ernährung – und einem erhöhten Divertikulitis-Risiko bestätigt. Dass eine ballaststoffreiche Ernährung und ein sparsamer Verzehr von rotem und hochverarbeitetem Fleisch sich in dieser Hinsicht eher günstig auswirken, überrascht nicht – allerdings scheint sich ein gesunder Lebensstil unabhängig von einer genetisch bedingten Anfälligkeit für eine Divertikulitis positiv auszuwirken, wie die Studienautoren in „Gut“ berichten. Dieses Beispiel dafür, dass manche Erkrankungen nicht als vom Schicksal gegeben hingenommen werden müssen, sondern das eigene Verhalten auch dazu beitragen kann, sie zu verhindern, könnte bei so manchem Patientengespräch hilfreich sein.
Ich wünsche Ihnen eine gute Restwoche!
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