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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Gastroenterologie,
Menschen, die an chronischer Fatigue leiden – wie sehr häufig auch Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa – können von einer Behandlung mit Vitamin B1 profitieren. Wie gesagt: können, müssen aber nicht. Woran es liegt, dass etwa jeder Zweite mit Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) durch eine Vitamin-B1-Gabe nicht an Energie gewinnt, glaubt nun eine Gruppe von Forschenden aus Dänemark herausgefunden zu haben.
Des Rätsels Lösung scheint – wie so oft – im Darmmikrobiom zu liegen. Oder, genauer gesagt, bei dem Bakterium Faecalibacterium prausnitzii. In ihrer kleinen Studie mit 40 Teilnehmern beobachtete die Arbeitsgruppe, dass CED-Patienten, in deren Darm F. prausnitzii in großer Zahl vorkam, auf eine Vitamin-B1-Behandlung ansprachen – im Gegensatz zu denjenigen, deren Mikrobiom arm an F. prausnitzii war.
In unserem Newsletter finden Sie in dieser Woche außerdem Neuigkeiten zum Leberkrebswachstum und der Rolle des Proteins JUN dabei sowie zu einem zellulären Modellsystem, das der Entwicklung von Medikamenten gegen die mit einer Stoffwechseldysfunktion assoziierten steatotischen Lebererkrankung dienen soll. Außerdem berichten wir über eine mögliche Umwidmung ursprünglich gegen Hypertonie entwickelter Wirkstoffe zur Bekämpfung von Darmkrebs und darüber, wie die bei Transpersonen eingesetzte Hormontherapie das Darmmikrobiom der Betreffenden verändert.
Ich wünsche Ihnen eine gute Restwoche,
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