Ausgabe 5/2026

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Mittwoch, 28. Januar 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

chronische Erkrankungen verursachen Stress –umgekehrt kann Stress aber diese auch verstärken. So weiß ein Forscherteam aus den USA aus einer gerade veröffentlichten Untersuchung an Colitis-Mausmodellen zu berichten, dass die Stresshormonspiegel bei hohem sozialem Druck der Tiere nicht nur im Blut anstiegen, sondern auch lokal im Darmgewebe. Dabei kam es durch die Stress-Signale zu einer direkten Beeinflussung der Darmschleimhaut sowie zu einer gesteigerten Produktion freier Radikale. Wodurch sich die offenbar stressbedingten Veränderungen bei den Mäusen mindern ließen und welche Schlussfolgerungen die Wissenschaftler aus ihren Erkenntnissen für Menschen mit Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CEDs) ziehen, können Sie in unserem ersten Beitrag lesen.

Wir bleiben beim Darm: Mit der Frage, wie dort lebende Bakterien die menschliche Biologie beeinflussen, hat sich eine internationale Forschergruppe mit deutscher Beteiligung beschäftigt. Die Wissenschaftler stellten fest, dass nicht pathogene Bakterien im Darm nicht bloß passiv sind, sondern menschliche Zellen aktiv beeinflussen können, indem sie ihre Proteine in sie einschleusen. Dabei setzen sie Typ-III-Sekretionssysteme ein – ein Trick, den man bisher nur von pathogenen Bakterien kannte. Laut den Forschenden kann diese direkte Proteinübertragung von Darmbakterien auf menschliche Zellen zu chronischer Darmentzündung beitragen – womit wir wieder bei den CEDs wären.

Das Darmmikrobiom stand auch im Mittelpunkt einer weiteren aktuellen, europäischen Untersuchung, über die wir in dieser Woche berichten. Offenbar lassen sich an dessen Zusammensetzung Langzeitkomplikationen nach einer schweren akuten Pankreatitis vorhersagen. In einer globalen Folgestudie wollen die Wissenschaftler nun herausfinden, inwieweit sich mit den gewonnenen Erkenntnissen neue Behandlungs- und Monitoring-Strategien umsetzen lassen.

Lesen Sie mehr dazu und weitere Neuigkeiten aus der Gastroenterologie in unserem Newsletter und auf unserem Nachrichtenportal. Ich wünsche Ihnen eine gute Restwoche!




   Ihre
   Britta Achenbach

 

 
 
Stress und CED-Symptome: Neue Studie liefert Einblicke in beteiligte biologisches Prozesse

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Manche Patienten mit Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CEDs) berichten, dass auf Phasen von intensivem Stress eine Verstärkung ihrer Symptome oder gar akute Krankheitsschübe folgen. Wie sich dies biologisch erklären lässt, war bislang unklar.

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Mehr als Mitbewohnende: Wie Darmbakterien Immunreaktionen steuern

Forschende haben einen bislang unbekannten Kommunikationsmechanismus zwischen Darmbakterien und menschlichen Zellen entdeckt: Demnach können die Mikroorganismen Proteine direkt in die Zellen einschleusen und dadurch aktiv Immunreaktionen beeinflussen.

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Darmmikrobiom zeigt Komplikationen nach akuter Pankreatitis an

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Langzeitkomplikationen nach einer akuten Pankreatitis gehen mit frühzeitigen Veränderungen des Darmmikrobioms der Patienten einher. Basierend auf diesen Daten entwickelten Göttinger Forschende ein Modell, das mögliche Komplikationen vorhersagen kann.

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Individuell kombinierte Krebstherapien verbessern die Behandlungserfolge deutlich

Die individuelle Anpassung von Krebstherapien auf der Basis der Tumor-DNA ist sicher, effektiv und realisierbar, wie die weltweit erste Studie dazu belegt.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Assoziationen von demografischen, klinischen und Ernährungsfaktoren mit Krankheitsschüben bei Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Die prospektive PREDICT-Kohortenstudie
(PRognostic effect of Environmental factors in Crohn's and Colitis) Gut, 19.01.2026

Assoziation von Alkoholkonsum während der gesamten Lebenszeit mit dem Risiko für kolorektale Adenome und Darmkrebs im Prostate, Lung, Colorectal, and Ovarian Cancer Screening Trial
Cancer 2026;132(3):e70201.

Inzidenz von Ösophagusatresie und damit verbundenen Atemwegserkrankungen bei Kindern: Eine nationale Registerstudie in Dänemark (1998–2018)
Pediatr Pulmonol 2026;61(1):e71471.

 
 
 
 
Knowledge Connector: Bessere klinische Entscheidungen in der molekularen Präzisionsonkologie

Knowledge Connector: Bessere klinische Entscheidungen in der molekularen Präzisionsonkologie

Forschende am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg und am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) haben mit dem Knowledge Connector ein digitales Werkzeug entwickelt, das klinische Entscheidungen in der molekularen Präzisionsonkologie erheblich beschleunigt und verbessert.

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KURZMELDUNGEN:

An der Charité soll eine Datenbank personenbezogene Gesundheitsdaten für Forschung und Lehre zur Verfügung stellen. Jetzt hat das Berliner Abgeordnetenhaus die dafür nötige Gesetzesänderung wegen Datenschutzbedenken gestoppt.
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In der Modellregion Karlsruhe-Freiburg soll das Projekt RegioOnkoNet die Versorgung von Krebs-Patienten auf dem Land verbessern. Dafür schaffen die Projektpartner eine digitale Infrastruktur, die Haus- und Fachärzte sowie Patienten vernetzt.
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Viele Arztpraxen sind heute überlaufen – und gesetzlich Versicherte haben es schwer, dorthin durchzudringen. Die gesetzlichen Krankenkassen schlagen vor, bestimmte Dinge mithilfe eines digitalen Navigationstools zu erledigen.
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TERMINE:

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04.02.2026
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Next Gen Liver Immunology: Bridging Basic Science and Clinical Practice
05.02.-06.02.2026
Freiburg im Breisgau

28. Internationales Endoskopie Symposium Düsseldorf
05.02.-07.02.2026
Düsseldorf

42nd Annual Conference of the German Association for the Study of the Liver
06.02.-07.02.2026
Freiburg im Breisgau

Coloproctologisches Seminar Hildesheim 2026
07.02.2026
Hildesheim

 
 

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