Ausgabe 32/2026

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Donnerstag, 06. August 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

stellen Sie sich vor, eine Patientin kommt mit unregelmäßigen Menstruationszyklen, ausgeprägten Menorrhagien und intermittierenden Beckenschmerzen in Ihre Praxis. Infolge des chronischen Blutverlusts besteht zudem eine mittelgradige Anämie, bei der transvaginalen Sonographie zeigt sich eine etwa sechs Zentimeter große Raumforderung der Zervix. Die meisten würden dabei vermutlich zunächst an ein Zervixmyom oder einen Polypen denken. Tatsächlich handelte es sich in einem aktuellen, in Oncoscience veröffentlichten Fallbericht jedoch um ein äußerst seltenes zervikales Angioleiomyom. Erst die MRT ließ den Verdacht auf einen stark vaskularisierten Tumor aufkommen, die histopathologische Untersuchung bestätigte schließlich die Diagnose. Nach vollständiger Exzision verschwanden die Beschwerden der Patientin gänzlich. Der Fall verdeutlicht, wie wichtig es ist, auch seltene Differenzialdiagnosen im Hinterkopf zu behalten, wenn sich häufige gynäkologische Beschwerden nicht eindeutig einordnen lassen.

Auch die zweite Studie dieser Ausgabe beschäftigt sich mit der Bedeutung einer präziseren Diagnostik. Weltweit wird etwa jedes zehnte Kind zu früh geboren – zwei Drittel der Frühgeburten passieren spontan, ohne offensichtliche medizinische Ursache. Dementsprechend fehlen bislang zuverlässige Möglichkeiten, gefährdete Frauen frühzeitig zu identifizieren. Forschende aus Hamburg konnten nun allerdings gemeinsam mit Kollegen der Stanford University (USA) zeigen, dass sich das mütterliche Immunsystem bereits zu Beginn der Schwangerschaft zwischen Frauen mit späterer spontaner Frühgeburt und Frauen mit termingerechter Entbindung unterscheidet. Bestimmte Immunzellen reagierten empfindlicher auf Stresssignale des Hormons Adrenalin und produzierten im weiteren Verlauf der Schwangerschaft vermehrt entzündungsfördernde Botenstoffe. Diese Veränderungen könnten künftig helfen, Frauen mit einem erhöhten Risiko für eine spontane Frühgeburt frühzeitig zu identifizieren und gezielte Präventionsstrategien zu entwickeln.

Mehr zu diesen und weiteren Themen finden Sie wie immer in diesem Newsletter und auf unserem Nachrichtenportal BIERMANN MEDIZIN. Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre!




   Ihre
   Dr. Lena Johannes

 

 
 
Zervikales Angioleiomyom als seltene Ursache von Menorrhagie und Beckenschmerzen

Zervikales Angioleiomyom als seltene Ursache von Menorrhagie und Beckenschmerzen

Ein zervikales Angioleiomyom ist ein äußerst seltener benigner Tumor, der aufgrund ähnlicher Symptome häufig mit häufigeren gynäkologischen Erkrankungen verwechselt wird. Ein aktueller Fallbericht zeigt, welche Bedeutung eine sorgfältige Diagnostik bei persistierender Menorrhagie und Beckenschmerzen hat.

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Bei Progress ESR1m testen – klinische Evidenz mit Elacestrant direkt nutzen

Beim HR+/HER2– mBC zählen klare Fakten: Unter Elacestrant erreichen Patientinnen mit ≥ 12 Monaten ET + CDK4/6i-Vortherapie ein mPFS von 8,6 Monaten [1-3]*. Da ESR1-Mutationen oft erst spät unter Selektionsdruck entstehen, sichert nur eine konsequente Testung bei Progress (per Liquid Biopsy) die Chance auf diese gezielte Therapie [4]. Jetzt testen und auf validierte Evidenz bauen [1].

Fachinformation | Pflichttext | Referenz

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Veränderungen im mütterlichen Immunsystem können auf eine mögliche Frühgeburt hinweisen

Forschende der Klinik für Geburtshilfe und Pränatalmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und der amerikanischen Stanford University haben Hinweise darauf gefunden, dass sich spontane Frühgeburten bereits Wochen bis Monate vor ihrem Auftreten im Immunsystem der Mutter ankündigen.

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HPV: Wissenslücken bei Frauen

Eine Befragung zeigte: Viele Frauen wussten zu wenig über HPV – besonders Jüngere. Gleichzeitig wurde gynäkologische Vorsorge nicht konsequent wahrgenommen. Die ärztliche Ansprache ist ein zentraler Impuls, um Aufklärung zu verbessern und HPV-Impfungen stärker in den Fokus zu rücken.

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CNTD1-Mutationen als genetische Ursache für eine verminderte ovarielle Reserve

CNTD1-Mutationen als genetische Ursache für eine verminderte ovarielle Reserve

Integrierte genetische und funktionelle Analysen haben CNTD1 als essenziellen Regulator für die Aufrechterhaltung der ovariellen Reserve identifiziert.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Multimodale Therapie mit Metformin, Inositol und diätetischer Einschränkung verbessert die Insulinresistenz und endokrine Parameter bei Frauen mit polyendokrinem metabolischem Ovarialsyndrom: Eine randomisierte kontrollierte Studie.
Clin Endocrinol (Oxf)
28.07.2026

Der ultrasensitive Nachweis zirkulierender Tumor-DNA verbessert die Prognoseabschätzung bei triple-negativem Mammakarzinom nach neoadjuvanter Therapie.
ESMO Open 2026;11(8):108334.

Methoden der assistierten Reproduktion und Brustkrebsrisiko: Hormonbehandlungen im Fokus.
Breast Cancer Res Treat 2026;218(2):24.

Menstruation am Arbeitsplatz: Eine Querschnittsstudie zu den Auswirkungen der Menstruation sowie zum Ausmaß von Depressionen, Angstzuständen und Stress bei Akademikerinnen.
Work 2026 Jul 30:10519815261472860.

 
 

Neue Leitlinie zur obstruktiven Schlafapnoe in der Schwangerschaft

Das American College of Chest Physicians® (CHEST) hat kürzlich eine neue klinische Leitlinie zur obstruktiven Schlafapnoe (OSA) in der Schwangerschaft herausgegeben. Sie enthält neun evidenzgestützte Empfehlungen, die einen verlässlichen Orientierungsrahmen für die optimale Versorgung schwangerer Patientinnen mit OSA bieten.

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Gewalt gegen Frauen und weibliche Suizidrate: Studie zeigt erstmals Zusammenhang auf

Gewalt gegen Frauen und weibliche Suizidrate: Studie zeigt erstmals Zusammenhang auf

Dass Frauen, die geschlechtsspezifische Gewalt erleben, häufiger an psychischen Erkrankungen leiden und ein erhöhtes Risiko für suizidales Verhalten aufweisen, ist bereits bekannt. Eine Studie der Medizinischen Universität Wien zeigt nun erstmals auf Bevölkerungsebene, dass ein höheres Ausmaß geschlechtsspezifischer Gewalt mit höheren Suizidraten bei Frauen assoziiert ist.

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KURZMELDUNGEN:

Forschende haben eine neue App entwickelt, die Frauen mit familiärem Brust- und Eierstockkrebs nach genetischer Beratung begleiten soll.
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Die Uniklinik Köln hat das Centrum zur Behandlung und Erforschung von Rezidivtumoren im weiblichen Becken (CRB) gegründet.
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Mehr als zehn Kliniken haben ihre Geburtshilfe-Stationen in Hessen in den vergangenen Jahren geschlossen.
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TERMINE:

Niedersächsischer Gynäkologentag
29. August 2026
Hannover

36th World Congress on Ultrasound in Obstetrics and Gynecology
4.–7. September 2026
London (Großbritannien)

22. Sächsischer Gynäkologentag
5. September 2026
Dresden

Grundkurs Gynäkologische Endoskopie
10.–12. September 2026
Dresden

 
 

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