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Liebe Leserinnen und Leser,
auch wenn Antibiotika nach wie vor teilweise vorschnell verschrieben werden, lässt sich ihr Einsatz doch nicht immer vermeiden. Das gilt auch vor und während einer Schwangerschaft. Eine neue Studie aus Japan zeigt jedoch, dass die Einnahme von Antibiotika in dieser Zeit mit einer erhöhten psychischen Belastung im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel assoziiert ist. Als mögliche Erklärung nennen die Autoren Veränderungen der Darmflora infolge der Antibiotikatherapie. Somit sollten besonders in dieser Gruppe nur medizinisch notwendige Antibiotika eingesetzt werden.
Besondere Relevanz erhalten diese Ergebnisse durch eine weitere aktuelle Studie aus Japan, die zeigt, dass psychischer Stress während der Schwangerschaft das Risiko für Frühgeburten erhöhen kann. Grundlage waren Daten aus drei Geburtskohorten rund um die Nuklearkatastrophe von Fukushima aus Regionen, die nicht direkt von Strahlung betroffen waren. Die pränatal exponierte Kohorte umfasste Kinder, die sich während der Katastrophe im Mutterleib befanden. Die postnatal exponierte Kohorte bestand aus Kindern, die vor der Katastrophe geboren wurden, während die Kontrollkohorte Kinder umfasste, die ein Jahr vor dieser Gruppe geboren wurden. In der pränatalen Kohorte war das Risiko für Frühgeburten um 17 bis 18 Prozent erhöht, zudem lag das Geburtsgewicht im Schnitt um 22 bis 26 Gramm niedriger. Dieser Unterschied war bei Müttern mit niedrigem Bildungs- und Einkommensniveau noch stärker ausgeprägt.
Ein niedrigeres Bildungsniveau geht zudem häufiger mit Rauchen einher, was während der Schwangerschaft mit erheblichen Risiken für das ungeborene Kind verbunden ist. Laut einer groß angelegten US-amerikanischen Studie ist es mit einem erhöhten Risiko für multiple psychische und Verhaltensauffälligkeiten in der Kindheit assoziiert. Besonders ausgeprägt waren die Effekte im frühen Kindesalter unter sieben Jahren sowie in der frühen Pubertät zwischen neun und zwölf Jahren. Die Zusammenhänge blieben auch nach Berücksichtigung des familiären Hintergrunds bestehen.
Gerade da sich bestimmte Faktoren wie eine notwendige Antibiotikatherapie nicht immer vermeiden lassen, rücken beeinflussbare Risiken umso stärker in den Fokus.
Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre!
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