Ausgabe 4/2026

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Montag, 19. Januar 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

dass Hörverlust das Risiko für kognitive Beeinträchtigungen – einschließlich Demenz – erhöht, ist hinreichend bekannt. Wie sich die Versorgung mit Hörgeräten auswirkt, war bislang wenig untersucht. Forschende der Monash University in Melbourne (Australien) wollten das ändern und haben Senioren mit selbstberichteter mittelgradiger Schwerhörigkeit sieben Jahre lang begleitet und ihre kognitive Funktion jährlich getestet. Überraschenderweise schnitten Studienteilnehmer mit Hörgeräteverordnung und solche ohne in den Kognitionstests in etwa gleich gut ab. Was die Studie noch zeigen konnte und wie die Autoren ihrer Ergebnisse interpretieren, lesen Sie in unserem Newsletter.

Darin außerdem mehr rund um das Thema Hören: Zum einen stellen wir die genetische Analyse einer internationalen Kohorte von Kindern mit prälingualer Gehörlosigkeit vor, die rund 200 Genmutationen identifizieren konnte – mehr als ein Drittel davon neu. Bei gehörlosen Kindern, die mit einem Cochlea-Implantat versorgt sind, verläuft die Sprachentwicklung recht unterschiedlich. Um zu entscheiden, welche Kinder besonders von einer frühen intensiven Sprachtherapie profitieren, haben Forschende ein auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierendes Modell entwickelt, das die Sprachergebnisse der kleinen Patienten recht genau prognostiziert.

Apropos KI: Diese könnte auch Patienten mit Oropharynxkarzinom nutzen, indem sie vorhersagt, wie wahrscheinlich eine Ausbreitung der Erkrankung ist. Das von einem US-Amerikanischem Team entwickelte KI-Modell könnte invasive Methoden zur Prognose ersetzen.

Eine interessante Lektüre sowie eine gute Woche wünscht Ihnen




   Ihre
   Dr. Judith Amann

 

 
 
Kognitionstest: Führen Hörgeräte zu besseren Ergebnissen?

Kognitionstest: Führen Hörgeräte zu besseren Ergebnissen?

Eine Studie konnte zeigen, dass Hörgeräte bei mittelgradigem Hörverlust das Abschneiden im Kognitionstests kaum beeinflussten. Die Ergebnisse belegen aber auch einen Zusammenhang zwischen Hörgeräte-Nutzung und geringerem Demenzrisiko.

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Prälinguale Gehörlosigkeit: Genetische Analyse und Neuklassifikation von Mutationen

Forschende aus dem Maghreb und Jordanien haben die genetischen Grundlagen prälingualer Gehörlosigkeit untersucht. Sie konnten mehr als 200 verschiedene Mutationen identifizieren, die mit Taubheit assoziiert sind – mehr als ein Drittel davon neu.

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Sprachentwicklung bei Kindern mit Cochlea-Implantat: Prognose mit KI

Sprachentwicklung bei Kindern mit Cochlea-Implantat: Prognose mit KI

Welche Kinder mit Cochlea-Implantat profitieren von einer frühen Intensivtherapie? Eine aktuelle Studie nutzte zur Prognose der Sprachentwicklung KI-Modelle – mit „hervorragenden Ergebnissen“.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Maschinelles Lernen zur Vorhersage des Gesamtüberlebens bei supraglottischem Krebs im Frühstadium: eine SEER-basierte Bevölkerungsstudie.
Acta Otolaryngol, 05.01.2026

Kinder mit Mittelohrentzündung mit Erguss: Untersuchung der Funktionsstörung der Eustachischen Röhre mit verschiedenen Methoden.
Ear Nose Throat J, 09.01.2026

Einfluss des Anästhetikums auf die Untersuchung der auditorisch evozierten Hirnstammpotenziale bei Kindern: eine systematische Übersicht.
Int J Pediatr Otorhinolaryngol 2026;201:112714.

Hautklebestreifen zur Identifizierung altersspezifischer Immun-, Stoffwechsel- und Barrierefunktionsstörungen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit allergischem Asthma.
J Allergy Clin Immunol, 06.01.2026

 
 

Oropharynxkarzinom: Neues KI-Tool zur Prognose

Forschende haben ein auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierendes, nicht invasives Tool entwickelt und validiert, mit dem sich die Wahrscheinlichkeit der Ausbreitung bei Patienten mit Oropharynxkarzinom vorhersagen lässt.

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Gehörknöchelchen im Röntgenlicht: Neue Technik enthüllt Strukturen in Rekordzeit

Gehörknöchelchen im Röntgenlicht: Neue Technik enthüllt Strukturen in Rekordzeit

Mit einer neuen Röntgenbeugungsmethode lassen sich biologische Strukturen, zum Beispiel Gehörknöchelchen, im Nano- bis Millimeterbereich erfassen – in Rekordzeit. Das eröffnet neue Möglichkeiten: von der Analyse von Knochen- und Gewebestrukturen bis zur Unterstützung bei der Implantat-Entwicklung.

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Panorama:

Die elektronische Patientenakte (ePA) enttäuscht in der Praxis, wie eine Umfrage von Pharma Deutschland zeigt. Obwohl 80 Prozent der Befragten die ePA kennen, nutzen sie nur 20 Prozent.
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Mithilfe des Projektes GUARDIAN – koordiniert vom Institut für Medizinische Informatik der Justus-Liebig-Universität Gießen – sollen Ausbrüche resistenter Bakterien künftig früher erkannt und möglichst verhindert werden.
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Ein neues Zentrum der Unimedizin Magdeburg soll Zell- und Immuntherapien gegen Krebs, Autoimmun- und Infektionskrankheiten schneller aus der Forschung in die Praxis bringen.
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TERMINE:

19. Kurs für mikrovaskulären Gewebetransfer im Kopf-Hals-Bereich
02.03.-04.03.2026
Essen

24. Münchner Nasennebenhöhlenkurs
03.03.-04.03.2026
München

28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie
04.03.-06.03.2026
Oldenburg

3. Brennpunkt HNO
05.03.2026
Luzern, Schweiz

9. Münchner Speicheldrüsenkurs
05.03.-06.03.2026
München

 
 

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