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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Kardiologie,
dass der exzessive Genuss von Alkohol kurzfristige Herzrhythmusstörungen auslösen kann, ist ein seit langem bekanntes Phänomen (Stichwort Holiday-Heart-Syndrom). Nun untersuchten Mediziner des LMU Klinikums München den zeitlichen Verlauf der auftretenden Herzrhythmusstörungen nach übermäßigem Alkoholkonsum bei jungen gesunden Erwachsenen in der Studie MunichBrew II. Demnach kommt es mit zunehmendem Alkoholkonsum während der Trinkphase zu einem Anstieg der Herzfrequenz und einem vermehrten Auftreten von Vorhoftachykardien. In der sich daran anschließenden Ausnüchterungsphase wiesen mehr als fünf Prozent der Teilnehmer klinisch relevante Arrhythmien auf. Welche langfristen schädlichen Effekte die alkoholbedingten Rhythmusstörungen auf die Herzgesundheit haben, bleibt Gegenstand weiterer Forschung.
Wissenschaftler aus Großbritannien zeigen in einer aktuellen Untersuchung eine Verbindung zwischen dem Kehlkopf und der Blutdruckregulation: Offenbar reduziert eine gestörte Kehlkopffunktion die Baroreflex-Sensitivität, was sich wiederum negativ auf das Herz auswirken kann.
Wir befinden uns mitten in der Nobelpreiswoche. Den Auftakt machte am Montag die Kategorie Medizin. Hier wurden in diesem Jahr die beiden US-Amerikaner Victor Ambros und Gary Ruvkun für die Entdeckung der microRNA und ihrer Rolle bei der Genregulierung geehrt. Ihre Entdeckung ist Ausgangspunkt für eine Vielzahl von möglichen Therapien, die derzeit an der Schwelle zur Nutzung im Menschen stehen – so auch ein Wirkstoff, der zur Behandlung der Herzinsuffizienz eingesetzt werden könnte.
Eine informative Lektüre und eine gute Restwoche wünscht,
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