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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Kardiologie,
die gemeinsame Pathologie aus Aortenstenose und kardialer ATTR-Amyloidose wird zunehmend als Ursache für eine kombinierte strukturelle Herzinsuffizienz anerkannt. Es wird geschätzt, dass rund zehn Prozent der Patienten mit Aortenstenose gleichzeitig eine kardiale Amyloidose aufweisen. ATTR-spezifische Medikamente sind erst seit Kurzem verfügbar, weshalb deren Wirkung in Bezug auf das Überleben der Patienten mit beiden Erkrankungen noch unklar war. Wissenschaftler aus Österreich und Großbritannien konnten nun erstmals anhand einer internationalen Registeranalyse aufzeigen, dass in dieser spezifischen Patientenkohorte die Kombination aus Klappenersatz und medikamentöser Amyloidose-Therapie (v. a. Tafamidis) mit einem deutlichen Überlebensvorteil einhergeht. Aufgrund der hohen Dunkelziffer bleibt die gezielte Diagnostik auf Amyloidose bei Patienten mit Aortenstenose ein zentraler nächster Schritt.
Ein deutsch-kanadisches Forschungsteam brachte indes Licht ins Dunkel postinfarktbedingter Rhythmusstörungen: Die von ihnen neu beschriebene Repolarisations-Relaxations-Kopplung erklärt, warum mechanisch induzierte Arrhythmien gerade dann auftreten, wenn das Herz besonders verletzlich ist. Erste Therapieansätze – z. B. Ionenkanalblocker oder Kalziumpuffer – zeigen im Tiermodell bereits Wirkung.
Eine interessante Lektüre und eine angenehme Restwoche wünscht Ihnen
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