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Liebe Leserinnen und Leser,
die Beobachtung, dass Frauen gegenüber Männern konsistent ein geringeres Plaquevolumen und weniger Hochrisikoplaques aufweisen, ist nicht neu. Eine Studie in „Circulation: Cardiovascular Imaging“ bestätigt nun aber die Vermutung, dass betroffene Frauen dennoch ein ähnliches Risiko für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse haben wie Männer. Die Studienautoren halten daher die Berücksichtigung des Geschlechts für eine individuelle Risikobewertung für nötig.
Die Plaquebelastung der Koronararterien lässt sich heute mithilfe moderner CT-Verfahren beurteilen, etwa über den Koronarkalkscore oder detaillierter mittels koronarer CT-Angiographie (CCTA). Ein einfacherer Ansatz zur Abschätzung des individuellen kardiovaskulären Risikos bei Frauen könnte sich künftig aus der KI-gestützten Auswertung von Mammographie-Aufnahmen ergeben. Diese Bilder lassen sich nicht nur zur Tumordiagnostik nutzen, sondern auch hinsichtlich arterieller Verkalkungen der Brustarterien analysieren. Der Grad solcher Verkalkungen scheint mit dem Risiko für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse zu korrelieren. Die Mammographie könnte damit einen doppelten Nutzen haben: Neben der Brustkrebsfrüherkennung könnten Mammographie-Daten künftig auch Hinweise auf das individuelle kardiovaskuläre Risiko liefern und so eine opportunistische Risikostratifizierung bei einem großen Teil der weiblichen Bevölkerung ermöglichen.
Auch in einer Studie in „Cancer Medicine“ standen Frauen im Mittelpunkt – und zwar Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs. Bei ihnen steht eine begleitende Hypertonie zwar häufig nicht im Vordergrund der klinischen Aufmerksamkeit, obwohl etwa die Hälfte der Betroffenen davon betroffen ist. Die vorliegenden Daten aus den USA legen jedoch nahe, dass eine konsequente Blutdruckkontrolle bei diesen keinesfalls vernachlässigt werden sollte. Im Vergleich zu einer Monotherapie war eine Kombination antihypertensiver Medikamente mit einem um 38 Prozent geringeren Risiko für die Gesamtmortalität assoziiert. Bei hoher Therapieadhärenz betrug die Risikoreduktion sogar 58 Prozent.
Viel Freude bei der Lektüre wünscht Ihnen
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