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im Rahmen einer Katheterablation zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen kann es zu stillen – also asymptomatischen – zerebralen Läsionen kommen. Dass diese nicht so still sind, wie gemeinhin vermutet, zeigte jüngst eine Studie US-amerikanischer Kardiologen. In dieser hatten Patienten, bei denen im Anschluss an eine Katheterablation gegen ventrikuläre Arrhythmien im MRT „asymptomatische“ Läsionen im Okzipital- und Parietallappen nachgewiesen wurden, ein zwölfmal höheres Risiko für die Entwicklung visueller Auren mit migräneartiger Symptomatik als Patienten ohne diese Läsionen. Eine transseptale Punktion als Zugangsweg für den Ablationskatheter scheint allerdings nicht ursächlich dafür verantwortlich zu sein, denn die Rate visueller Auren nach retrogradem Zugang durch die Aortenklappe war ähnlich hoch.
Die Autoren hatten spekuliert, dass durch den neu geschaffenen interseptalen Shunt entweder Chemikalien, die ansonsten im Lungenkreislauf verstoffwechselt worden wären, oder kleine Thromben ins Gehirn gelangen, welche migräneähnliche Symptome auslösen könnten – schließlich leiden auch Patienten mit offenem Foramen ovale häufiger an Migräne. Die Studienergebnisse stützen diese Hypothese allerdings nicht. Als Quelle für die Mikroemboli könnte somit die Ablationstechnik selbst verantwortlich sein. Da es auch nach anderen gängigen Eingriffen am Herzen, wie zum Beispiel einer Koronarangiographie oder einer invasiven Aortenklappenuntersuchung, zu stillen Hirnläsionen kommen kann, regen die Daten zu einer Neubewertung dieser an.
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