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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Kardiologie,
eine Herztransplantation ist ein einschneidendes Erlebnis. Sowohl was den vorherigen Leidensweg angeht, der die Transplantation nötig machte, als auch das Leben mit dem „fremden“ Organ selbst können die Psyche des Empfängers in Mitleidenschaft ziehen. Die psychosoziale Anamnese und Unterstützung spielt daher beim gesamten Transplantationsprozess eine wichtige Rolle.
Dem Aspekt der psychosozialen Versorgung von Patienten vor einer Herz- und/oder Lungentransplantation widmeten sich eine Psychologin und eine Psychokardiologin vom Deutschen Herzzentrum der Charité. Ein von ihnen neu entwickelter Leitfaden bietet einen Rahmen für die psychosoziale Versorgung vor der Transplantation. Zusätzlich veröffentlichten die Forscherinnen einen begleitenden Fachartikel, der die Herausforderungen der psychosozialen Betreuung von Transplantationspatienten behandelt.
Sowohl vor als auch nach einer Herztransplantation kann es bei den Empfängern zu Spenderperson- und Organgedanken kommen. In einer anonymen Befragung von 407 Herztransplantierten berichteten 40 Prozent der Teilnehmer vor der Transplantation über solche Gedanken, und ganze 91 Prozent danach. Das Problem: Nicht immer sind die Gedanken positiv besetzt. Neben Dankbarkeit kann es auch zu diffusen Schuldgefühlen kommen, die schlimmstenfalls zu psychischen Stressreaktionen und zur Ablehnung des Organs führen. Wissenschaftlich untersucht wird das Phänomen von Medizinern und Psychologen des HDZ NRW, Bad Oeynhausen und der Ruhr-Universität Bochum.
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