Ausgabe 9/2026

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Mittwoch, 25. Februar 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten als Erkrankungen des Alters. Dank moderner interventioneller Verfahren können heutzutage auch Hochbetagte mit KHK und Herzinfarkt erfolgreich behandelt werden. So wurden im Jahr 2023 die häufigsten perkutanen Koronarinterventionen bei Personen im Alter zwischen 70 und 79 Jahren vorgenommen. Und auch rund 40 Prozent der Bypass-Operationen erfolgten bei den über 70-Jährigen.
Damit ist es nicht wirklich überraschend, dass das Risiko für die Entwicklung eines postoperativen Delirs in diesem Patientenkollektiv besonders hoch ist. Es handele sich um „eine der zentralen Komplikationen moderner Herzmedizin“, betont Prof. Georg Nickenig, Direktor der Klinik für Kardiologie am Universitätsklinikum Bonn und Koautor einer jüngst veröffentlichten Übersichtsarbeit zu dem Thema. Neben dem vermehrten Einsatz standardisierter Screening-Instrumente fordern die Studienautoren auch gezielte präventive – und vor allem nicht medikamentöse – Maßnahmen. Diese könnten das Auftreten eines Delirs um bis zu 40 Prozent senken.
Vor gut einem Jahr schlug eine internationale Kommission vor, Adipositas (BMI >30 kg/m²) in zwei Kategorien einzuteilen: Während Menschen mit klinischer Adipositas bereits Folgeerscheinungen wie Bluthochdruck oder Störungen des Zucker- und Fettstoffwechsels aufweisen, gelten jene mit präklinischer Adipositas als weitgehend gesund. Neuen Analysen zufolge können vier von fünf Adipösen in die erste Kategorie eingeordnet werden – nur etwa jede fünfte Person gilt demnach als präklinisch adipös.
So ganz aufatmen können die Personen, die bislang „nur“ mit dem Übergewicht zu kämpfen haben, aber auch nicht: Im Vergleich zu Normalgewichtigen tragen auch sie ein vierfach erhöhtes Risiko für ein Typ-2-Diabetes. Bei Menschen mit klinischer Adipositas ist dieses sogar achtfach höher – und geht zudem mit einem dreifach höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen einher. Laut den verantwortlichen Forschern überlappen viele klinische Kriterien zwischen den Kategorien jedoch stark, weshalb sie die Frage aufwerfen, ob eine umfangreiche Diagnostik zur Einteilung überhaupt notwendig ist.
Zum Schluss noch ein trauriges Update zu dem in der vergangenen Woche geschilderten Fall des italienischen Jungen, dem ein buchstäblich erfrorenes Herz transplantiert worden war: Nachdem eine Gruppe von Ärzten den Zustand des Kindes bereits in der letzten Woche als zu schlecht für eine erneute Transplantation eingeschätzt hatte, ist der „kleine Krieger“ am Wochenende verstorben. Die Mutter fordert nun Aufklärung.
Lesen Sie weitere spannende Meldungen aus der Herzmedizin im heutigen Newsletter und auf unserem Nachrichtenportal. Viel Freude bei der Lektüre wünscht




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 

 
 
Mehr Prävention nötig: Delir nach kardiovaskulären Eingriffen häufig, aber oft übersehen

Mehr Prävention nötig: Delir nach kardiovaskulären Eingriffen häufig, aber oft übersehen

Eine neue Übersichtsarbeit zeigt: Das Delir stellt eine klinisch hochrelevante, aber wissenschaftlich zu oft vernachlässigte Komplikation in der Herzmedizin dar. Prävention kann dagegen die Delirhäufigkeit um bis zu 40 Prozent senken. 

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Frühzeitige ATTR-CM Diagnose wichtig:
Patientin berichtet

Die ATTR-CM gilt als selten, ist jedoch häufig unterdiagnostiziert. Mehr als jeder 9. hospitalisierte HFpEF-Patient ist betroffen, dennoch vergehen oft über drei Jahre bis zur Diagnose. Eine frühe Erkennung, mehr Awareness und eine frühzeitige Therapie, z. B. mit Acoramidis, können Prognose und Lebensqualität verbessern. Patientin Anne Effertz berichtet über ihren Diagnoseweg.

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Klinische Adipositas: Große Mehrheit der Betroffenen erfüllt Kriterien

Neuen Daten zufolge erfüllen rund 80 Prozent der Betroffenen die Kriterien für eine klinische Adipositas. Die vorgeschlagene Einteilung in präklinische und klinische Adipositas durch zusätzliche Diagnoseschritte scheint nach Ansicht der Forschenden in der Praxis demnach nicht notwendig.

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Bühne frei für die kardiovaskuläre Sekundärprävention mit RosuASS

Statine und ASS sind die Stars einer leitliniengerechten kardiovaskulären Sekundärprävention bei Patient:innen mit ischämischem Schlaganfall oder TIA.1 RosuASS® ist die einzige Single Pill mit Rosuvastatin und ASS, der Kombination, die in der Prävention individueller kardiovaskulärer Erkrankungen – einschließlich Herzinsuffizienz, koronare Herzkrankheit, Angina Pectoris und Herzinfarkt – effektiver ist als ASS allein.2

Fachinformation | Referenzen

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Schwangerschaft als „Frühwarnsystem“ für die Herzgesundheit

Schwangerschaft als „Frühwarnsystem“ für die Herzgesundheit

Frauen, die im letzten Drittel ihrer Schwangerschaft erhöhte sFlt-1-Werte aufweisen, haben laut neuen Erkenntnissen ein erhöhtes Risiko für spätere Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

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Interatrialer Shunt bei Herzinsuffizienz: Neue Daten geben Hinweise auf höheren Nutzen

Vollständige Daten sind unerlässlich für eine gute Nutzenbewertung. Das zeigt sich auch am Beispiel des interatrialen Shunts bei HFrEF, wie das IQWiG kürzlich mitteilte. Hinsichtlich der Hospitalisierungsrate gibt es nun Hinweise auf einen höheren Nutzen des Verfahrens.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Entwicklung und multizentrische Validierung eines KI-basierten EKG-Modells zur ventrikulären Remodellierung bei reparierter Fallot-Tetralogie
Eur Heart J Digit Health 2026;7(2):ztag015.

TARGET-AI: Ein grundlegender Ansatz für den gezielten Einsatz von KI-gestützter Elektrokardiographie in der elektronischen Patientenakte.
NEJM AI 2026;3(2).

Geschlechtsspezifische Zusammenhänge zwischen Gebrechlichkeit und Langzeitergebnissen bei Patienten mit akutem Myokardinfarkt: eine nationale bevölkerungsbasierte Studie.
Lancet Regional Health Europe 2026;64:101612.

Maschinelles Lernen zur Vorhersage der Ein-Jahres-Mortalität bei älteren Patienten mit Herzinsuffizienz: eine landesweite, multizentrische, prospektive Kohortenstudie.
Lancet Reg Health West Pac 2026:67:101808.

 
 
 
Registerergebnisse zur spontanen Koronararteriendissektion: Stentimplantation vermutlich nicht von Vorteil

Registerergebnisse zur spontanen Koronararteriendissektion: Stentimplantation vermutlich nicht von Vorteil

Die spontane Koronararteriendissektion ist eine häufige, jedoch selten diagnostizierte Ursache für Herzinfarkte bei jüngeren Frauen. Neue Ergebnisse aus einem prospektiven serbischen Register deuten darauf hin, dass die Implantation eines Stents bei vielen Patienten mit SCAD nicht vorteilhaft ist.

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PANORAMA:

Zur Prophylaxe der venösen Thromboembolie gibt die neue gleichnamige S3-Leitlinie erstmals die evidenzbasierte Empfehlung zur Einnahme von Acetylsalicylsäure nach größeren Eingriffen an unteren Extremitäten.
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Alle Hoffnung vergebens: Nach wochenlangem Drama ist der herzkranke Junge, dem ein durch falsche Kühlung schwer beschädigtes Herz transplantiert wurde, in Italien gestorben.
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Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat vor der möglichen Einstufung von Ethanol als krebserregende CMR-Substanz gewarnt, die einen Engpass bei Desinfektionsmitteln nach sich ziehen würde.
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TERMINE:

Cardio Update 2026
13.03.-14.03.2026
Mainz

Allgemein- und Innere Medizin Refresher (Programm B)
17.03.-21.03.2026
Köln

Düsseldorfer Herz- und Gefäßtagung
30.03.-21.03.2026
Düsseldorf

 
 

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