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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Kardiologie,
seit der ersten Herztransplantation in Deutschland im Jahr 1969 wurden hierzulande bereits 15.000 Herzen verpflanzt. Diesen Meilenstein gab kürzlich die Deutsche Stiftung Organtransplantation bekannt. Auch wenn eine Herztransplantation heutzutage als anspruchsvolle Routineoperation gilt, gibt es immer noch Weiterentwicklungen auf diesem Gebiet.
So wurde vor einigen Jahren in Schweden ein neues Transportgerät für Spenderherzen entwickelt. In der sogenannten „Heart Box“ werden die entnommenen Organe während des Transports kontinuierlich mit einer speziellen Nähr- und Konservierungslösung über eine Kreislaufpumpe und einen Oxygenator versorgt und gekühlt. Das Prinzip der hypothermisch oxygenierten Maschinenperfusion (HOPE) wurde im Rahmen einer internationalen Studie – auch unter Beteiligung deutscher Transplantationszentren – mit der heute üblichen statischen Kühlung verglichen. Die hoffnungsvollen Studienergebnisse wurden jüngst hochrangig in „The Lancet“ publiziert.
Aufgrund des Mangels eines geeigneten Spenderorgans wurde am Universitätsklinikum Heidelberg nun auf ein Wunderwerk der Technik zurückgegriffen: Im Sommer wurden hier zwei vollständig künstliche Herzen transplantiert – eine Premiere an der Heidelberger Klinik für Herzchirurgie. Laut den behandelnden Medizinerinnen und Medizinern erholen sich die beiden Patienten gut von ihren OPs und schweren Herzerkrankungen. Ob in Zukunft noch weitere Kunstherzen zur Überbrückung der Wartezeit auf ein passendes Spenderorgan verpflanzt werden, hängt davon ab, wie sich der Gesundheitszustand der beiden Männer weiterentwickelt. Im entsprechenden Beitrag erfahren Sie u.a., wie sich das Kunstherz für die Patienten anfühlt.
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